Angekommen

Immer mehr Sponsoren setzen auf die Strahlkraft des Frauenfußballs. Auch in Österreich wurde ein erster Schritt gesetzt.

Die FIFA-Frauenfußball-Weltmeisterschaft, die von 7. Juni bis 7. Juli in Frank­reich über die Bühne geht, hat gezeigt, dass die Welt der Sponsoren auch im ­Frauenfußball global geworden ist. Insgesamt 13 Unternehmen sind Partner des weltweiten größten Frauenturniers: Wie auch bei der Herren-WM üblich, gibt es die großen Sponsoren der 1. Ebene sowie nationale Partner. In diesem Jahr sind die Premium-Sponsoren Adidas, Coca-Cola, Wanda, ­Hyundai, Kia, Qatar Airways und Visa.

Zu der Gruppe der nationalen Unterstützer („national supporters“) aus Frankreich gehören das Telekommunikationsunternehmen Orange oder das Chemieunternehmen Arkema, das auch als Sponsor im Segelsport bekannt ist. Weitere französische Unternehmen sind das Finanzinstitut Crédit Agricole, das auch die französische Herren-Nationalmannschaft unterstützt. Die weiteren nationalen Partner für die WM sind der Personalvermittler Proman, die Elektrizitätsgesellschaft EDF und die staatliche Eisenbahngesellschaft Frankreichs SCNF. Proman, EDF und SCNF waren auch schon als Sponsor bei der Herren-EM im Jahr 2016 als Sponsor aktiv.

AKTIVIERUNG
Coca-Cola, bereits seit 1978 offizieller FIFA-Sponsor, hat sein Engagement bei der Frauenfußball-WM mit dem „Team Coca-Cola“ aktiviert. Das Team ist eine internationale Gruppe von Top-Spielerinnen, darunter auch etwa die deutsche Nationalspielerin Sara Däbritz. Hyundai, seit 1999 FIFA-Partner, hat sein Sponsoring mit australischen Nationalspielerinnen aktiviert. In den Spots schreiben die Sportlerinnen Briefe an eine inspirierende Person ihres Lebens. Dies war unter anderem auch als Reaktion auf die Forderungen der australischen Frauen-Nationalelf an die FIFA zu verstehen, die Preisgelder der WM von 30 auf 57 Millionen zu erhöhen. Viele Spielerinnen kritisierten die mangelnde Wertschätzung des Frauenfußballs durch die FIFA.

AMBUSH-MARKETING
Aber auch im Bereich des Ambush-Marketings, also der Aktivierung der Frauen-WM als Nichtsponsor, hat sich einiges getan. So hat etwa der Sportartikelhersteller Nike eine große Ambush-Marketing-Aktion auf sozialen Netzwerken gestartet.

KLUBFUSSBALL

Neben den Engagements rund um die Frauenfußball-WM hat sich aber auch im Klubfußball in den vergangenen Jahren einiges getan – so auch in Österreich. Erstmals in der Geschichte ist es gelungen, ab der gerade abgelaufenen Saison 2018/19 einen Bewerbssponsor für die oberste Spielklasse im heimischen Frauenfußball zu gewinnen. Das Vorarlberger Unternehmen Planet Pure wird in den kommenden Jahren als Titelsponsor der Bundesliga fungieren, die seit der vergangenen Spielzeit unter dem Namen Planet Pure Frauen Bundesliga ausgetragen wird. Das 1999 in Vorarlberg gegründete Unternehmen hat sich mit der Entwicklung und Produktion von ökologischen Wasch- und Reinigungsmitteln vollkommen der Nachhaltigkeit verschrieben.

„Dass mit Planet Pure erstmals ein Titelsponsor für die Frauen Bundesliga gewonnen werden konnte, ist ein Meilenstein für den österreichischen Frauenfußball“, sagte ÖFB-Präsident Leo Windtner zum neuen Sponsor. „Es ist ein wichtiger erster Schritt in Richtung mehr Professionalität und mehr Qualität gelungen. Wir freuen uns, mit Planet Pure einen nachhaltigen und innovativen Partner an unserer Seite zu haben“, so Windtner.

Alain Bauwens, CFO Planet Pure, meint zu den Beweggründen, als Sponsor aktiv zu werden: „Wir freuen uns, die Frauen Bundesliga in den kommenden Jahren zu unterstützen. Wir hoffen, die Botschaft unserer Marke durch den Frauenfußball an ein noch breiteres Publikum transportieren zu können. Planet Pure steht unter anderem für Natürlichkeit und Nachhaltigkeit und passt perfekt zu jenem Wertesystem, das auch der Frauenfußball vorlebt.“

FLYERALARM AUCH DABEI
In Deutschland wurde vor wenigen Wochen ebenfalls ein neuer Sponsor für die Frauen-Bundesliga vorgestellt. Flyeralarm, eines der größten deutschen E-Commerce-Unternehmen und führende Online-Druckerei Europas, wird neuer Namenssponsor der Frauen-Bundesliga. Die Partnerschaft mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) beginnt ab der Saison 2019/2020 und läuft zunächst bis einschließlich der Spielzeit 2022/2023.

Neben den Namensrechten an der „Flyeralarm Frauen-Bundesliga“ und umfangreichen Lizenzen zur Logo- und Titelnutzung sowie Marketingproduktionen erhält Flyeralarm in enger Abstimmung mit dem DFB und den Vereinen die Möglichkeit, ein Förderprogramm für junge Spielerinnen der Frauen-Bundesliga umzusetzen. Das jeweils auf ein Jahr ausgelegte Programm umfasst Coachingeinheiten, Treffen mit erfolgreichen Frauen aus dem Sport- und Business-Umfeld, Medientraining, PR-relevante Vermarktung in reichweitenstarken Medien und Praktika in Partnerunternehmen des DFB im In- und Ausland.

Thorsten Fischer, Gründer und CEO von Flyeralarm, sagt: „Für Flyeralarm war Fußball schon immer ein Herzensthema. Hier engagieren wir uns schon lange auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene. Die Partnerschaft mit dem DFB stellt für uns das absolute Premium-Engagement dar und bietet die aufmerksamkeitsstärks­te Möglichkeit, unsere Marke und unser Leistungsvermögen sowie unser umfassendes Produkt- und Serviceportfolio noch bekannter zu machen. Wir freuen uns ganz besonders und sind auch ein wenig stolz darauf, dass die Frauen-Bundesliga in den nächsten Jahren unseren Namen trägt. Damit heben wir unsere Partnerschaft mit dem DFB auf eine neue Stufe. Genau wie die Spielerinnen, die dort aktiv sind, wollen auch wir mit Leidenschaft, Professionalität und absoluter Hingabe an unsere Arbeit Menschen begeistern und dabei stets erstklassige Leistungen abliefern. Nur so ist Erfolg langfris­tig möglich.

MASTERCARD
Auf internationaler Ebene hat ­Mastercard zuletzt ein großes ­Engagement bekanntgegeben. Die neusten globalen Sponsoringverträge von Mastercard im Frauenfußball beinhalten sowohl Vereinbarungen mit Vereinen als auch mit einzelnen Spielerinnen. Dazu gehören der FC Arsenal und Olympique Lyon zusammen mit einer Reihe von Team-Markenbotschafterinnen.

An der Spitze der Frauenfußball-Botschafterinnen von Olympique Lyon steht Ada Hegerberg, Stürmerin und erste Gewinnerin des Ballon d’Or Féminin 2018. Zu Hegerberg gesellen sich weitere Teamkolleginnen: Kadeisha Buchanan, Verteidigerin bei Olympique Lyon und Kapitänin der kanadischen Nationalmannschaft, Saki Kumagai, Verteidigerin bei Olympique Lyon und Kapitänin der japanischen Nationalmannschaft, sowie Wendie Renard, Kapitänin von Olympique Lyon und Ex-Spielführerin der französischen Nationalmannschaft, die an allen sechs Champions-League-Erfolgen mitwirkte.

FOTO: GEPA PICTURES

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