Beton kann so viel leisten

Fertigbeton eignet sich nicht nur für den Bau von Anlagen im Freien. Auch für Indoorsport ist der Baustoff perfekt – und das soll erkannt werden.

Beton hat als Baustoff eine Reihe von Vorteilen. Fertigbetonteile können effizient gefertigt und angeliefert werden und zu einem Stadion, einem Skisprungturm, einer Kletterhalle oder allgemein einer Indoor-Sporthalle zusammengebaut werden. Die nationalen Anbieter haben attraktive Angebote, für alle, die eine derartige Sporthalle bauen wollen. Ein großer Vorteil ist auch die Nachhaltigkeit. Wenn Beton steht, dann steht er, verfügt über ein hohes Maß an Energieeffizienz und ist in der Regel auch ein echter Hingucker.

PERFEKTES BEISPIEL
Ein perfektes Beispiel für die Umsetzung einer Sporthalle ist jene im Stiftsgymnasium Kremsmünster. Es war einfach notwendig, neue Sporträumlichkeiten zu gestalten. Die besondere Herausforderung: moderne Baustoffe mit der alten Bausubstanz aus dem 16. Jahrhundert zu verbinden. Die Sporthalle befindet sich entlang dem Wassergraben des Stifts und wird von zwei gleich hohen Mauern umrahmt: Der historischen Bruchsteinmauer und einer parallel dazu verlaufenden, neu errichteten Mauer in sandgestrahltem Sichtbeton. Aus denkmalpflegerischen Gründen wurde die Halle so weit in das Gelände versenkt, dass sie den höchsten Punkt der Mauern nicht überragt und somit die Sicht vom Kreuzgang aus nicht beeinträchtigt. Eine gezielte Lichtführung über trichterförmige, symmetrische Oberlichten und dazwischenliegende Lichtbänder sorgt für hohe Tageslichtqualität und erzeugt ein ästhetisches und funktionales Zusammenspiel.

MATERIALWAHL
„Wir haben mehrere Wochen in einem intensiven Entwurfsprozess verschiedenste Faltungen ausprobiert, sie am Computer simuliert und in Modellen nachgebaut“, erinnert sich Helmut Poppe von Poppe*Prehal Architekten. Dann ging es auch um die richtige Wahl der Materialien: „„Die Wahl der Materialien war für uns ein ganz wesentlicher Punkt in der Umsetzung. Bei unseren Projekten steht immer ein Material im Vordergrund, in diesem Fall Beton, ein Werkstoff, der edel wirkt.“ Wie ersichtlich ist, ist die Sporthalle in Kremsmünster wunderschön geworden.

MEHR DAVON!
Von derartigen Sporthallen könnte es gut und gerne mehr geben, nicht nur, weil es Aufträge für die lokale Wirtschaft gibt, das schafft Arbeitsplätze und generiert Steuereinnahmen. Auch die Öffentlichkeit kann von einem größeren Angebot an Sporthallen profitieren. Dabei ist natürlich auch die Politik gefordert, auf Bundesebene genauso wie auf Landesebene und in den Regionen. Es gibt in Österreich rund  400 Sport- und 50 Eissporthallen, etwa 60 Hallenbäder, 90 Freibäder sowie an die 50 Kletterhallen. Einen Kataster, wie viele Indoor-Sportstätten es aber tatsächlich gibt, gibt es gegenwärtig nicht. Rund um die erneuten Nationalratswahlen liegen allerdings eine Reihe von Bekenntnissen der möglichen Regierungsparteien, vor allem der drei größeren, vor, die bekunden, mehr Sportstätten errichten zu wollen.

FORDERUNGEN
BSO-Vizepräsident und ÖFB-Präsident Leo Windtner fasst die Anliegen des organisierten Sports in einer Aussendung so zusammen: „Der Sport sollte endlich einmal richtig eingeschätzt werden. Studien belegen die wertvollen Leistungen in Bereichen wie Gesundheit, Wirtschaft oder Integration. In Sachen Sportstätten vermisse ich ein Bekenntnis der Verantwortlichen. Und da spreche ich nicht nur von einem Nationalstadion, sondern generell von multifunktionellen Leistungszentren für viele unterschiedliche Sportarten.“ Bei der Pressekonferenz zum Tag des Sports wiederholte Windtner die Forderung und richtete einen Apell an das, was nach den Wahlen passieren könnte: „Generell müssen in Österreich für Sport und Bewegung die Rahmenbedingungen modernisiert werden. Hier sehe ich die Politik, im Konkreten die nächste Bundesregierung, gefordert, den vielen Worten der Vergangenheit Taten folgen zu lassen. Wir brauchen unter anderem Verbesserungen bei den Sportstätten.“

Auch wenn die Bauwirtschaft stets bereits ist, sehr gute, günstige und nachhaltige Sportstätten anzubieten, braucht es eben auch die Politik, die dies mitfinanziert. Zwar gibt es die alte Forderung, Schulsportstätten für die Öffentlichkeit zu öffnen, zwar wird da und dort investiert, aber viele Sportstätten, wie etwa das Dusika-Stadion in Wien, sind schon in die Jahre gekommen. Gerade mit Beton könnte hier schnell und effizient gebaut werden.

PILOTPROJEKT
Ein derartiges Projekt ist das Sportzentrum Nord in Liefering. Es handelt sich dabei um  die erste Sporthalle Österreichs, die als Plusenergiegebäude selbstverständlich mit Bauteilaktivierung errichtet und mit dem klimaaktiv-Gold-Standard ausgezeichnet wurde; das Umweltministerium vergab 910 von 1.000 möglichen Punkten. Die Sporthalle lässt sich in drei Sektoren teilen und bietet mit ihren inneren Abmessungen von 45 auf 29,6 Metern und einer lichten Höhe von neun Metern genug Platz für eine Vielzahl von Sportarten. Auf der Tribüne finden rund 300 Besucher Platz. Ergänzend zum Sporthallenbetrieb wird im neuen Gebäude auch ein 90 Quadratmeter großer Bewegungsraum für Gymnastik, Yoga und Tanz angeboten. Hinzu kommen Büroräumlichkeiten. Die Halle wird ausschließlich durch Sonnenenergie und Grundwasser betrieben und beheizt. Über eine thermische Solaranlage sowie eine Photovoltaikanlage wird die Sonnenenergie sowohl für die Erzeugung der notwendigen Heizenergie als auch für die Stromerzeugung herangezogen. Überschüssige Energie kann benachbarten Gebäuden zur Verfügung gestellt werden. Einen weiteren wichtigen Teil im Energiekonzept stellt die aktivierte, 60 Zentimeter dicke Fundamentplatte dar. Sie sorgt mit ihrer großen Masse von ca. 1.900 Kubikmetern Beton zu jeder Jahreszeit für eine konstante Raumtemperatur.

COMMITMENT
Wo gegenwärtig gebaut wird, kommt eben oft Beton zum Einsatz – sei es bei Kletterhallen, Sporthallen, Turnsälen oder Stadien. Wenn sich die Politik auf die Möglichkeiten einlässt und ein Commitment abgibt, den Sport ordentlich zu fördern, dann findet sie in der Betonwirtschaft einen perfekten Partner.

FOTO: © Marijana Klasan

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