BMW wird doch nicht Bayern-Partner

Einer der größten Sponsoringdeals Deutschlands ist geplatzt.

Es war ein spektakulärer angekündigter Deal: „Der Autobauer BMW steigt spätestens 2025 beim FC Bayern ein. Mit dem 800-Millionen-Deal ersetzen die Münchener den bisherigen Partner Audi. Es ist die Verwirklichung eines alten Traums“, hieß es im deutschen Managermagazin im März 2019. Wenige Wochen später ist alles anders: Der Sponsorvertrag zwischen Bayern und BMW war nur zu 90 % in trockenen Tüchern, auf den letzten zehn Prozent sollte einer der größten Sponsoringdeals Deutschlands platzen. Offenbar, so berichteten Deutsche Medien, habe Audi dem Rivalen BMW die Braut ausgespannt.

FEHLENDES VERTRAUEN
Die Bayern bestätigten zähneknirschend rund um die Meis­terparty das Ende der Verhandlungen. Wie der deutsche Fußball-Rekordmeister bekanntgab, hat er Vertretern von BMW mitgeteilt, „dass er aufgrund fehlender Vertrauensbasis die Gespräche über eine mögliche Sponsorpartnerschaft abbricht“. Das Treffen fand laut dem deutschen Rekordmeister bereits am 8. Mai statt. „Über die Gründe für diese Entscheidung möchte der FC Bayern derzeit Stillschweigen bewahren“, hieß es in der Erklärung.

Die Absichtserklärung war demnach also zu wenig. Das Gesamtvolumen soll für zehn Jahre ab dem Jahr 2025 laufend insgesamt rund 800 Mio. Euro in die Kassen der Münchner spülen. „Wir haben die Gespräche beendet“, bestätigte ein Sprecher von BMW der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Grund für das aufkommende Misstrauen soll der Versuch von BMW gewesen sein, bereits vor 2025 als Sponsor von Bayern eintreten zu können. Aktuell ist bekanntlich Audi der begehrte Mobilitätssponsor der Bayern, damit verbunden ist Audi auch mit 8,33 Prozent an der FC Bayern München AG beteiligt. BMW hätte diese Anteile übernommen. Die neue Vereinbarung hätte nicht für die Fußballsektion gegolten, sondern auch für die aufstrebende Basketball-Sparte.

„AUSSITZEN“
Bereits im März betonte Bram Schot, der seit Anfang 2019 Vorstandsvorsitzender der Audi AG ist, dass er einer vorzeitigen Auflösung des Audi-Bayern-Vertrags nicht zustimmen werde. Die fast schon trotzige Ansage: „Wir werden den Vertrag bis 2025 aussitzen.“

Parallel dazu begann Audi damit, den Bayern eine Vertragsverlängerung ab 2025 anzubieten – zu verbesserten Konditionen, was offenbar zum Erfolg geführt hat. Dem Vernehmen nach soll Audi ein Angebot bis 2032 mit einem Gesamtvolumen von einer Milliarde Euro abgegeben haben. Diese Summe war für BMW demnach wirtschaftlich nicht mehr vertretbar.

GROSSES ENGAGEMENT
Audi ist seit Jahrzehnten enger Partner und Förderer des regionalen, nationalen und internationalen Sports: Vom Fußball über die alpine und nordische Wintersportwelt, den jungen und innovativen eSport-Bereich bis hin zur weltweit beliebten Turnierserie für Amateurgolfer rechen die Aktivitäten.

Ebenfalls zum Kreis der Audi-Partner im Fußball gehören die Profiklubs in Ingolstadt, Mönchengladbach, Hamburg, Nürnberg, Hoffenheim und Augsburg.

BEWEGUNG AM MARKT
Der deutsche Fußball ist in puncto Automobilsponsor in den vergangenen Jahren in Bewegung gekommen. Bestes Beispiel ist der Deutsche Fußballbund: 45 Jahre lang hat Mercedes-Benz den Deutschen Fußball-Bund unterstützt.

Seit 2019 ist der Wolfsburger Volkswagen-Konzern Geldgeber der deutschen Nationalmannschaft. Laut Recherchen der Welt wird VW zwischen 25 und 30 Millionen Euro pro Jahr zahlen.

Mercedes soll zuletzt etwa acht Millionen Euro pro Jahr gezahlt haben. Ähnliches, in kleineren Dimensionen, gelang übrigens auch dem ÖFB: Nach 20 Jahren löste VW den asiatischen Autokonzern Hyundai ab.

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www.bmw.de

FOTO: AUDI

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