Das Herz im Breitensport: OPTIMIERUNG

Im Breitensport und in der Prävention gilt allerdings das Prinzip der Ökonomisierung, also einer Verbesserung funktioneller Abläufe. Wie dieses Phänomen beim Herzen funktioniert, sei im Folgenden kurz dargestellt.

Wie viele andere Organe ist auch das Herz von beiden Anteilen des vegetativen Nervensystems, dem Sympathikus (Stressnerv) und dem Parasympathikus (Erholungsnerv), beeinflusst. Diese beiden Teile des vegetativen Nervensystems regeln die Herzarbeit in Ruhe und unter Belastung sowie das Verhalten des Blutkreislaufs.

RUHEFREQUENZ NIMMT AB
Es ist allgemein bekannt, dass auch schon durch breitensportliches Ausdauertraining die Ruheherzfrequenz abnimmt, obwohl das Herz nicht an Größe zunimmt (also nicht das Sportherz in der vorhin dargestellten Form und Funktion). Die Erklärung dafür liegt im Verhalten des vegetativen Gleichgewichtes. Überwiegt durch mehrstündiges Ausdauertraining pro Woche der Parasympathikus, bedeutet dies, dass nach der Kontraktion des Herzens (Systole: Das Blut wird aus dem Herzen in die Körper,-und Lungenschlagader hinausgepumpt) eine bessere Erschlaffung der Herzmuskulatur (Diastole: die Zeit in der die Herzkammern wieder gefüllt werden) erfolgt und somit auch mehr Blut in die beiden Herzkammern einströmen kann, was bedeutet, dass anschließend auch mehr Blut in den Organismus hinausgepumpt werden kann.

Das ist jene funktionelle Verbesserung die – wie schon dargestellt – eine höhere Pumpleistung pro Herzschlag (Schlagvolumen) ermöglicht; wenn das Schlagvolumen zunimmt, kann dadurch auch die Zahl der Herzschläge (also die Herzfrequenz) abnehmen, da das Herzminutenvolumen als Produkt von Schlagvolumen und Herzfrequenz gleichbleibend ist. Zu dieser rein hämodynamischen funktionellen Verbesserung wäre auch noch eine bessere Durchblutung des Herzmuskels durch Kollateralisierung und Kapillarisierung sowie eine verbesserte oxidative Stoffwechselsituation zu erwähnen.

LEBENSLANGE VORTEILE
Diese Verbesserungen schützen das Herz und sind daher aus präventiver Sicht optimale funktionelle Anpassungserscheinungen. Dies zu erreichen, ist einfach: siehe das „grüne Rezept“.

Bei lebenslangem Ausdauertraining sind diese Vorteile auch lebenslang gegeben, woraus sich ein niedrigeres Risiko zum Entstehen von Gefäßerkrankungen bzw. Herzinfarkt ergibt. (Natürlich nur unter Berücksichtigung, dass keine anderen Risikofaktoren bestehen bzw. überwiegen.

In den letzten Jahren gab es immer wieder einzelne Publikationen, welche auf gewisse Risiken insbesondere beim älteren Ausdauer trainierenden Menschen hinweisen. Fest steht, dass – aber nur bei extremen Ausdauerleistungssportlern! – im Alter vermehrt Rhythmusstörungen insbesondere Vorhofflimmern gefunden werden können. Aber Achtung: Bei Freizeit- und Breitensportlern treten Rhythmus­störungen seltener auf – dies ist in der Literatur belegt.

Jedenfalls ist es sinnvoll, einmal pro Jahr eine sportmedizinische Grunduntersuchung durchzuführen, bei der nicht nur das Ruhe-, sondern auch das Belastungs-EKG und der Belastungsblutdruck erhoben wird.

Bei speziellen Fragestellungen bzw. Symptomen kann eine echokardiografische Untersuchung als Erstes weiterführendes Screening durchgeführt werden, bei speziellen Fragestellungen können weiterführende diagnostische Untersuchungen bis hin zum Cardio-MRI notwendig sein.

FOTO: PIXABAY

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