Die Matrix

Die Sportförderung wurde erstmals anhand einer Matrix-Beurteilung vergeben. CoS hat alle Details.

Die österreichischen Sportverbände haben 2018 komplettes Neuland betreten: Erstmals wurde der Topf der Sportförderung von der neu gegründeten Bundes-Sport GmbH unter der Führung von Clemens Trimmel vergeben – und dabei durch ein auf den ersten Blick kompliziertes Matrix-System bewertet. Doch ganz so kompliziert war es dann doch nicht. Bewertet wurden die 59 Verbände auf zwei Ebenen: einerseits durch die sportlichen Ergebnisse in der Vergangenheit inklusive der Bedeutung der Sportart (olympisch oder nichtolympisch) sowie andererseits durch die Bewertung eines vorgelegten Konzepts, das das Potenzial der Verbände in der Zukunft skizzieren soll.

34,22 MIO. EURO
Insgesamt werden von der Bundes-Sport GmbH 31,825 Mio. Euro für 2019 ausgeschüttet, das sind 7,12 Prozent weniger als 2018. Bei der Summe für 2019 sind allerdings auch fünf Prozent der Fördersumme einbehalten worden, was laut Gesetz vorgeschrieben ist, um für „unerwartete, unverschuldete Mehraufwendungen“ rasch aufkommen zu können. Dennoch konnte schlussendlich die Gesamtsum- me fast auf dem Niveau von 2018 gehalten werden: Dank valorisierter Mittel aus dem Sportministerium stehen weitere 2,4 Millionen Euro zur Verfügung, wodurch die Gesamtsumme nur rund 40.000 Euro unter jener von 2018 liegt.

GEWINNER UND VERLIERER
Es war von vornherein klar, dass nicht jeder Verband dazugewinnen wird können, sonst würde sich eine Institution wie die Bundes-Sport GmbH ad absurdum führen. Die Matrix-Einteilung wurde von der Bundes-Sport GmbH nach dem Studium der 59 Verbandskonzepte vorgenommen. Verbände, die im grünen Bereich landeten, wurden aus finanzieller Sicht mit einem Faktor von bis zu 1,05 aufgewertet. Verbände, die sich allerdings im roten Bereich wiederfanden, mussten Einschnitte von bis zu 15 Prozent hinnehmen.

Im grünen Bereich sind Verbände von Sportarten wie Ski, Rodeln, Segeln, Handball, Basketball, Klettern, Karate oder Radsport und einigen anderen. Für Tanzen oder Skibob schlug das Pendel jedoch in die andere Richtung aus; sie landeten am unteren Ende der Matrix.

In Zahlen heißt das: Der Skiverband lukriert für 2019 2,481 Mio. Euro, Tanzen verliert rund 16.000 Euro und bekommt 172.941 Euro.

Die Matrix beurteilt Verbände nach sportlichen und perspektivischen Kriterien.

ATHLETENFÖRDERUNG
Neben der Verbandsförderung gibt es zudem noch die athletenspezifische Förderung für olympischen Sommer- und Wintersport. Dafür stehen sieben Millionen Euro zur Verfügung, die Vergabe erfolgt personenbezogen über den Verband, gegenseitige Unterschriften sollen die Kenntnis der jeweiligen Athleten belegen – eine Reaktion auf diverse Fehler aus der Vergangenheit, als Verbände zwar personenbezogene Förderung kassiert haben, diese aber dann nur zum Teil den Athleten zugutegekommen sind.

Die Athleten wurden dabei in jeweils zwei Gruppen eingeteilt (Winter: Peking bzw. Olympia 2026, Sommer: Tokio bzw. Paris). Insgesamt kommen im Sommersport 77 Männer und 70 Frauen sowie die Handball-, Hockey- und Tischtennisteams und im Winter 89 Männer und 42 Frauen in den Genuss einer Förderung.

(Quelle der Grafiken: Bundes-Sport GmbH)

FOTO: GEPA Pictures

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