“Die perfekte Basis”

Mit nur 27 Jahren ist Dominik Beier an der Spitze von Inter­wetten. Wie es ihm damit geht, erzählt er im Interview.

Dominik Beier ist mit 27 Jahren der jüngste Speaker of the Board in der Geschichte der Wett­industrie. Seit 1. April leitet er die Geschäfte von Interwetten, einem der erfolgreichsten und am stärksten wachsenden Online- & Mobile-Wettanbieter Europas, mit einem Wettumsatz von über 1,5 Milliarden Euro jährlich. Im Interview erzählt er über die Herausforderung, den Job in so jungen Jahren anzunehmen.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen, als so junger Speaker of the Board ein Unternehmen zu führen?

BEIER
Mit Fleiß, harter Arbeit und einem guten Team kann man alle Herausforderungen im Berufsleben meistern. Auf den ersten Blick scheint mein Alter jung, aber Österreichs aktueller Bundeskanzler hat seinen Job mit 31 übernommen, seine täglichen Herausforderungen sind sicher nicht geringer als meine.

Denken Sie, spielt das Alter eine Rolle in Führungspositionen?

BEIER
Die wichtigste Aufgabe in meiner Rolle ist es, mein Team sowie die erfahrenen und sehr guten Mitarbeiter bei Interwetten noch besser zu machen, damit wir zusammen unsere Ziele erreichen können. Mein jugendlicher Elan und meine Dynamik helfen mir dabei sicher sehr. Dennoch ist es immer wichtig, bodenständig und empathisch zu bleiben, egal wie alt man ist.

Haben Sie Management-Schulungen besucht?

BEIER
Ich habe sehr lange im Ausland gelebt und studiert und habe rasch bei LAOLA1/Sportradar viel Führungsverantwortung übernommen. Ich habe immer nach Verantwortung gestrebt, denn nörgeln kann jeder, gestalten und Verantwortung übernehmen ist ein zweites Paar Schuhe, welches ich mir sehr gerne anziehe. Natürlich habe ich Leute in meinem Umfeld, die mir täglich helfen, mich weiterzuentwickeln, man lernt bekanntlich nie aus, vor allem nicht mit 27.

Was gehört Ihrer Meinung nach dazu, um ein Unternehmen erfolgreich zu führen?

BEIER
Es gibt kein richtig und falsch in der Führung eines Unternehmens, am Ende des Tages wird man ohnehin an den Zahlen und anderen KPIs gemessen. Mir ist es aber sehr wichtig, dass man klare Ziele vorgibt, seine Philosophie mit allen Mitarbeitern teilt und vor allem auch Fleiß und Disziplin vorlebt. Es ist sehr ähnlich wie im Sport: Die erfolgreichsten Trainer sind die, die selbst ihre Mentalität vorleben und nicht Wasser predigen, aber Wein trinken.

Wo sehen Sie Interwetten in fünf Jahren?

BEIER
Interwetten hat die perfekte Basis, um in der Wettbranche den Wachstumskurs weiter fortzusetzen. Das Produkt, unsere Operations sowie die effiziente Shareholder-Strukturen machen uns schneller und flexibler als viele unserer Mitbewerber. Diese solide Basis müssen wir dafür nutzen, um weiter zu wachsen sowie in neue Märkte zu expandieren. Wir sind sicher noch lange nicht am Ende unserer Möglichkeiten, wir wollen jetzt richtig Gas geben.

Was sind die größten Herausforderungen für einen Wettanbieter, um auf diesem heiß umkämpften Markt zu reüssieren?

BEIER
Die größten Herausforderungen sind mittlerweile die Regulierungen. Interwetten ist traditionell in regulierten Märk­ten unterwegs und einer der Anbieter, denen Responsible Gaming, Spielerschutz etc. am wichtigsten ist. Das sind Werte, die auch unsere Shareholder täglich vermitteln. Leider wird es in vielen Ländern diesen seriösen Anbietern schwerer gemacht als sogenannten „Offshore-Anbietern“. Ich bin mir aber sicher, dass sich die Regulatorien sowie Bedingungen ins Positive entwickeln, da alle Stakeholder von einem sauber und fair reguliertern Markt profitieren, vor allem auch unsere Marketing-Partner. Hinzu kommt, dass wir durch unsere Flexibilität immer schneller sein müssen als unsere Mitbewerber, wir wollen nicht der große Tanker sein, sondern das schnelle und agile Speedboat. Trends und Innovationen in der Branche wird Interwetten setzen und so immer einen Schritt ­voraus sein.

Was können Sie zum Anschluss noch anderen, jungen und aufstrebenden Managern mit auf den Weg geben?

BEIER
Ich kann auf jeden Fall sagen, dass nichts unmöglich ist und man für seine Träume hart arbeiten soll. Von nichts kommt bekanntlich nichts. Gleichzeitig soll man aber für seine Werte stehen, immer ehrlich sein sowie nachhaltig denken und handeln. Wenn man etwas gerne macht, wird man es auch gut machen – wenn man gut in etwas ist, dann kommt auch automatisch irgendwann der Erfolg.

FOTO: Interwetten

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