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Firmeneigener Betriebssportverein – Super! Aber wie?

Wer einen Sportverein innerhalb eines Unternehmens gründet, ermög­licht dem Arbeitsumfeld nicht nur gesundheitsfördernde Aktivitäten, sondern spendet auch kostbare Zeit.

In mehr als 116.000 Vereinen leis­ten rund drei Millionen ÖsterreicherInnen wertvolle Arbeit und bieten unserer schnelllebigen Gesellschaft einen Ort, an dem man wieder Zeit miteinander verbringen und sich jenseits von Verpflichtungen einem gemeinsamen Ideal widmen kann. Doch wer darf hier in Österreich einen Verein gründen, und gibt es irgendwelche Besonderheiten in puncto „Verein im Unternehmen“, also Vereins­arbeit während der Dienstzeit?

66 JAHRE VERSAMMLUNGSFREIHEIT
Grundsätzlich ist es so, dass nicht nur die österreichische Bundesverfassung, sondern auch die Europäi­sche Menschenrechtskommission die allgemeine Vereinsfreiheit gesetzlich verankert hat. Sprich: In Österreich dürfen alle natürlichen Personen ab 14 Jahren einen Verein gründen. Wichtig ist dabei der ideelle Zusammenschluss mindestens zweier Personen, die dasselbe Ziel verfolgen, und im Falle einer Betriebssportvereinsgründung ebenso der Nachweis, dass die Mitglieder auch bei der entsprechenden Firma angestellt sind.

IDEALE, ZIELE, UND STATUTEN
Das Ziel eines Betriebssportvereins muss nicht nur allgemein „mehr Sport am Arbeitsplatz“ sein, sondern kann auch im Zeichen einer einzelnen Sportart stehen. Dabei sind den Fantasien keine Grenzen gesetzt. Man sollte allerdings im nächsten Schritt, also der Verschriftlichung der Vereinsstatuten, genau festlegen, was innerhalb des Vereins getan wird, was die Ziele und wer die Verantwortlichen sind. Wer es einfacher angehen will, kann natürlich zu Beginn ein normales Firmensportteam gründen. Der Betriebssportverein bietet allerdings einige Vorteile: Sie sichern sich den Erhalt des Sportteams, haben finanziell-steuerliche Vorteile und firmenrepräsentative ­Positionierungsmöglichkeiten.

WAS SAGT DIE GESCHÄFTSFÜHRUNG
Wer einen Betriebssportverein ins Leben rufen möchte, sollte sich in den Anfängen an die Geschäftsführung und den Betriebsrat wenden. Denn auch wenn es nicht nötig ist, die Zustimmung der Geschäftsführung vor der Gründung einzuholen, ist die Kommunikation mit allen beteiligten Personen unumgänglich. Betriebssport betrifft die ganze Firma und so auch die Chefin oder den Chef. Oft ist es auch so, dass vom Unternehmen Ausgaben, wie die Teilnahme an Meisterschaften oder die Anschaffung von Teambekleidung, finanziell unterstützt bis gänzlich übernommen werden.

KOSTENPUNKT
Sobald die Statuten stehen, muss jeder Verein bei der zuständigen Vereinsbehörde eingetragen werden. Dieser Vorgang dauert 4–6 Wochen und verlangt neben einem amtlichen Lichtbildausweis der GründerInnen ein Exemplar der Statuten und gegebenenfalls eine Anzeige der Bestellung der organschaftlichen VertreterInnen und deren Funktionen. Die Eintragung kostet 14,30 €, die Beilagengebühren 3,90 € pro Bogen (maximal 21,80 €), und der positive Bescheid beläuft sich auf eine Verwaltungsabgabe von 6,50 €.

FOTO: ÖBSV

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