Einfach übertroffen

Die Kletter-WM in Innsbruck war nicht nur sportlich ein unerwartet großer Erfolg.

Dreimal Gold, einmal Bronze – Jakob Schubert krönte sich bei der Kletter-Weltmeis­terschaft in Innsbruck (6.–16. September) zum Doppelsieger, Jessica Pilz holte einmal Gold, einmal Bronze. „Es war eine sensationelle WM“, ist Kletterverband-Sportdirektor Heiko Wilhelm begeistert. „Es übertrifft unsere Vorstellungen. Wir haben kollektiv gut abgeschnitten. Max Rudiger und Christine Schranz schrammten im Lead knapp am Finale vorbei, beim Bouldern hat Florian Klinger gut abgeschnitten, Berit Schwaiger das Finale nur um Haaresbreite verpasst.“ So viel zum Sportlichen. Doch auch punkto Resonanz konnten die Erwartungen übertroffen werden. Es wurden alleine durch Teilnehmer und Offizielle rund 20.000 Nächtigungen registriert, gegenüber Color of Sports war im Mai noch von 15.000 ausgegangen worden. Auch das Budget hat sich noch einmal erhöht. War man damals von 2,5 Millionen Euro ausgegangen, so standen nun 2,853 zur Verfügung. Die Differenz ergibt sich zum Teil aus dem Ticketing, aber vor allem die Sponsormillion konnte um 20 Prozent erhöht werden.

GUTE QUOTEN
Nebst den zum Teil ausverkauften Hallen konnten auch die TV-Quoten überzeugen. Das Vorstieg-Finale der Herren und das Combined-Finale wanderten gar von ORF Sport+ auf ORF eins und erzielten dort mit 118.000 bzw. 98.000 Zusehern und einem Marktanteil von fünf bzw. gar neun Prozent hervorragende Quoten. Punkto Marktanteil überflügelte die meistgesehene Sendung am Sonntag, dem 16. September, damit auch das Red Bull Air Race. Aber auch über Österreich hinaus konnten Zeichen gesetzt werden. Neben den ORF-Sendern übertrugen beispielsweise Eurosport, L’Equipe, Sky, NHK, Olympic Channel, NBC, BBC, Nippon TV und Canal+ die Wettkämpfe. Geplant waren 200 Journalisten, akkreditiert waren 311 aus 21 Nationen, alleine 35 aus Japan.

Insgesamt verbuchten die Veranstalter rund 48.000 Menschen im Kletterzentrum sowie der Olympiaworld, dazu kommen noch gut 13.000 auf den Sideevents am Marktplatz in Innsbruck – ausgegangen war man von insgesamt 30.000 Besuchern.

EINZIGARTIG
„Wir wollen eine einzigartige Weltmeisterschaft veranstalten, und das ist uns auch zu hundert Prozent gelungen“, bilanziert OK-Chef Schöpf Michael. Man habe eben viel mehr Menschen in den Bann ziehen können. Eine Rolle spielte dabei sicherlich auch, dass die Österreicher Schubert und Pilz gleich im ersten Wettbewerb Gold holen konnten und so eine Euphorie entfacht wurde.

Aber auch die vielen Athleten aus allen Ländern und ihre gezeigten Emotionen haben laut Wilhelm zu dem positiven Drive der WM beigetragen: „Beim Boulder-Finale der Herren war, obwohl keine Österreicher im Finale waren, eine Stimmung, die ihresgleichen sucht.“

ERFOLGSFAKTOREN
Das alles wäre ohne die Unterstützung von Bund, Land und Stadt sowie die Partner gar nicht möglich gewesen, sagt KVÖ-Sportchef Wilhelm: „Es gab da einen gewissen Vertrauensvorschuss, den wir uns im Vorfeld aber auch erarbeitet hatten. Wir sind als KVÖ bekannt dafür, qualitativ hochwertige Events zu machen.“ Das gesamte Umfeld des Klettersports in Österreich ist mehr als zufrieden mit der WM, so lautet das Resümee vom Verband und auch aus der PR. Ohne die 150 Volunteers, die 20.000 freiwillige Arbeitsstunden leisteten, hätten die 830 Sportler aus 58 Nationen kein derartiges Event nicht erleben können: „Vermutlich ist uns heute noch gar nicht bewusst, was wir mit dieser Veranstaltung für den Klettersport in Österreich positiv bewirkt haben.“

FOTO: GEPA Pictures

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