Etablierte Champions

Bernd Wiesberger ist nach seiner Verletzungspause wieder auf die Siegerstraße zurückgekehrt. Zu alter Stärke fand er auch dank neuem Partner.

Bernd Wiesberger ist mit seinem freundlichen Auftreten ein angenehmer Interview-Partner für Journalisten, und auch die heimischen Golf-Fans wissen über den Umgang des Burgenländers nur Gutes zu berichten. Umso bedauerlicher ist es daher, dass heuer kein European-Tour-Turnier in Atzenbrugg stattfindet und die Golfszene zumindest ein weiteres Jahr lang ohne sportlichen Auftritt ihres Lieblings in Österreich auskommen muss – denn letztes Jahr ließ er sich trotz Verletzungspause einen Auftritt beim Shot Clock Masters nicht nehmen und sammelte dabei auch positive Eindrücke vom neuen Turnierformat. „Das ist schade, denn die Shot Clock ist sehr gut angekommen, und es gab viel Lob“, hielt Wiesberger bei einem Pressetermin in Wien fest. Für 2020 ist der Lokalmatador aber guter Dinge: „Ich glaube, dass die Golf-Community in Österreich groß genug ist.“

KEIN LEICHTER WEG
Er selbst hat mit seinen Erfolgen sehr viel dazu beigetragen und war bis Mai 2018 in der Weltspitze vertreten. Ein Sehnenriss im Handgelenk warf ihn damals allerdings aus der Bahn, und es begann ein „langer und harter Weg“ zurück. Die ersten Ergebnisse nach der Rückkehr auf die Tour verunsicherten ihn allerdings nicht, denn oft fehlten nur Kleinigkeiten, um wieder in die richtige Spur zu finden. In einzelnen Runden, vor allem in Schlussrunden, ließ er sein wahres Können immer wieder aufblitzen. Gekrönt wurde sein Comeback schließlich durch den Sieg in Dänemark, seinen insgesamt fünften auf der höchsten europäischen Ebene. Ein neunter Platz bei der BMW Open in München und die beste Runde des Tages zum Abschluss machen auch bereits Hoffnung auf mehr. Und sein Major-Comeback bei den U.S. Open verlief nach harter Qualifikation durchwegs positiv und lässt Gutes hoffen: „Die Ergebnisse bahnen sich wieder dorthin, wo ich hinwill.“

FITTER ALS ZUVOR
Zum Beispiel zur Open Championship (18.–21.7.), dem – nach den jüngsten Veränderungen im Turnierplan – bereits letzten Major des Jahres. Die Qualifikation will er sich dabei über gute Ergebnisse bei den Rolex-Series-Events im Vorfeld (Irish Open und Scottish Open) sichern. „Ich sehe meine Chancen hier einfach besser.“ (Anm.: Bei den mit je sieben Millionen Dollar dotierten Turnieren qualifizieren sich je drei Spieler aus den Top Ten, die nicht bereits für die Open startberechtigt sind). Die operierte Hand stellt Wiesberger dabei vor keinerlei Probleme, er fühle sich sogar fitter als vor der unverhofften Zwangspause: „Vor der Verletzung war ich hinsichtlich meiner Fittness ein bisschen hintennach, deshalb wollte ich die Zeit nutzen, um stärker zurückzukommen.“ Was augenscheinlich gut geklappt hat: Nun ist er wieder als Champion etabliert und hat wieder mehr Spaß auf dem Golfplatz.

NEUE GERÄTSCHAFT
Geholfen hat dabei mit Technogym auch ein neuer Partner an seiner Seite. Die österreichische Nummer eins im Golfsport gesellt sich zu Spitzenathleten wie Marcel Hirscher oder Anna Gasser und ist nun neuer Markenbotschafter des italie­nischen Herstellers von Premium-Fitnessgeräten. „Bernd ist ein echter Champion, passt deshalb perfekt in unser Team und zu unserem Slogan ,Champions train with Technogym‘, so Gottfried ­Wurpes, CEO von The Fitness Company und seit mehr als 25 Jahren Technogym­-Repräsentant. Dank neuer Gerätschaft in den eigenen vier Wänden (vor allem Kinesis Personal hat es Wiesberger angetan, aber auch Skillbike und Skilltools) wird man Wiesberger in Fitness­studios also künftig kaum mehr antreffen: „Ich kann zu Hause individuell auch an golfspezifischer Fitness arbeiten und muss keine Fitnessstudio-Öffnungszeiten beachten. Und ich nutze diese Möglichkeit intensiv. Und ich bin körperlich sehr gut zurückgekommen, so, wie es für mein Spiel passt.“ Insgesamt soll ihm, auch mit dem nötigen Know-how, geholfen werden, das Niveau zu verbessern und Zeitumstellungen und Reisestress besser zu verdauen. „Für den Golfsport muss man körperlich bereit sein. Das hilft, Turnierblöcke erfolgreich zu bestreiten“, betonte der augenscheinlich fitte Oberwarter.

FOTO: GEPA PICTURES

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