Gelungen

Das Electronic-Sports-Festival gilt als Erfolg für das Donau ­Zentrum, das Donau Plexx und das Cineplexx – und die Stadt.

15 Kilometer Stromkabel, 20 Kilometer Netzwerkkabel, über 1.000 Ampere Stromleistung, zehn Gigabit Datenbandbreite, 36.000 gespielte Stunden – damit die rund 100.000 Personen, die mit dem Electronic-Sports-Festival in Kontakt kamen, überhaupt etwas geboten bekamen, brauchte es einiges. Über 200 Mitarbeiter haben fünf Tage und drei Nächte lang aufgebaut. So konnte das Electronic-Sports-Festival vom 28. bis 30. März im Donau Zentrum sowie im Cineplexx in Wien 22 stattfinden. Color of Sports hat sich mit Lorenz Edtmayer und Alexander Knechtsberger von Mitverantstalter eSports Holding unterhalten, um der Sache auf den Grund zu gehen, warum man es sich antut, für eine letztlich doch überschaubare Anzahl an Gamern ein derart großes Event auf die Beine zu stellen, in einem der größten Einkauszentren in Wien.

HERZEIGEN
„eSports sind ein weltweites Phänomen und ein Milliarden-Business, das an den analogen Profisport herankommt“, erklärt Alexander Knechtsberger, „trotzdem sind öffentlich wahrnehmbare Veranstaltungen wichtig, um mit manchen Vorurteilen aufzuräumen. eSports sind in vielen Köpfen als Ego-Shooter etc. verankert. Deswegen ist es wichtig zu zeigen, dass das größte Spiel etwa FIFA 19 ist. Die Breitenwirkung haben wir auch beim Finale des Coca-Cola eCups am ESF gesehen. Die Industrie entwickelt laufend neue Angebote, die auf dieser Veranstaltung interessierte Konsumenten erreichen. Viele Besucher sehen erstmals, dass es sich bei eSports wirklich um ernst zu nehmenden Spitzensport handelt. Daher ist eine öffentliche Veranstaltung ganz wichtig. Auch die Sponsoren der Teams, wie Wien Ener­gie, die jüngst eingestiegen ist, profitieren von dieser weithin sichtbaren Wahrnehmung.“ Und Lorenz Edtmayer ergänzt: „Das Electronic-Sports-Festival ist eine Leistungsschau für die gesamte Szene. Sponsoren und Partnern wie Coca-Cola, die sehr aktiv in der Szene sind, gibt sie einen sichtbaren Auftritt im rea­len Umfeld und erhöht damit den Wert ihres Engagements. Die ­eSports-Zielgruppe wird natürlich vorrangig digital erreicht. Das Electronic-Sports-Festival bietet etablierten Marken wie unserem Hauptsponsor T-Mobile eine geeignete Möglichkeit, ihren Pioniergeist auch außerhalb der digitalen Welt zu zeigen und die Community damit zielsicher zu erreichen.“

DIGITALSTANDORT
Doch auch darüber hinausgehend hat das Electronic-Sports-Festival eine relativ große Bedeutung, denn es geht letztlich auch um die Stadt Wien, die sich hier gewissermaßen päsentieren kann. „In erster Linie hat das Electronic-Sports-Festival eine große Bedeutung für den Digitalstandort Wien und macht die Stadt auf der globalen eSports-Landkarte sichtbar. Es ist ein wichtiger Impuls in allen Digitalisierungsimpulsen und öffnet eine weitere Facette der Digitalwirtschaft“, führt Edtmayer aus. Aber auch der Veranstaltungsort selbst profitiert naheliegenderweise davon. „Für unsere Partner Donau Zentrum, Donau Plex und Cineplexx bringt das Electronic-Sports- Festival neben Frequenz auch neue Zielgruppen im Haus und unterstützt die Positionierung als Innovationsführer. Cineplexx verfügt etwa über die modernste Kinotechnik des Landes, die sich als perfekte Umgebung für atemberaubende Turniere eignet. Auch die Ankermieter im Donau Zentrum profitieren von der kaufkräftigen eSports-Zielgruppe, insbesondere im Bereich der Unterhaltungselektronik.“

100.000
Doch wie viele Menschen können mit so einem Festival tatsächlich erreicht werden? 100.000 Menschen, das sind mehr als zwei vollkommen ausverkaufte Fußballspiele im Ernst-Happel-Stadion. Und es wird auch nicht jeder von ihnen eSport gespielt haben, oder? „Bei der LAN­-Party, dem Herzstück des Electronic-Sports-Festival – powered by T-Mobile, hatten wir rund 500 Teilnehmer. Das Festival hat sich über das gesamte Areal von ­Donau Zentrum und Donau Plexx sowie einige Cineplexx-Kinosäle erstreckt. Dadurch ist nahezu jeder Besucher an den frequenzstarken Wochenendtagen mit dem Electronic-Sports-Festival in Kontakt gekommen.“ Weiters drängt sich die Frage auf, was der Standort letztlich finanziell davon hat. Alexander Knechtsberger dazu: „Über Vertragsdetails haben wir natürlich Stillschweigen vereinbart. Nicht nur der Veranstaltungsort als gesamte Shoppingmall profitiert, sondern auch die Gastronomie und die einzelnen Geschäfte. Die direkte Einbettung des ­Electronic-Sports-Festivals in den Einkaufsbereich führt zu einer gegenseitigen Befruchtung für beide Seiten. Die Digital-Community ist für den stationären Handel natürlich besonders interessant!“

AUSPROBIEREN
Anton Cech, Centermanager des Donau Zentrums, bilanzierte in einer Aussendung so: „Neben vielen Profi-Gamern, die vor allem die LAN-Party im eigens dafür umgebauten ehemaligen Discothekenbereich im Donau Plex besuchten, waren auch sehr viele Gelegenheits-Gamer vor Ort. Im gesamten Einkaufszentrum konnten sie Spiele ausprobieren und sich von der Faszination eSports überzeugen. Das attraktive Erlebnis für unsere Besucher werden wir gemeinsam mit den Veranstaltern ausbauen.“

VELFALT
Wenn die Veranstalter, die Sponsoren und 100.000 Menschen glücklich, sind, hat man wohl einiges richtig gemacht. Das Schlusswort bleibt Lorenz Edtmayer: „Eines unserer großen Ziele ist es ja, die Vielfalt und den Facettenreichtum von eSports und Gaming einem sehr breiten Publikum zugänglich zu machen. Das ist im Donau Zentrum wunderbar geglückt!“

FOTO: leisur christian jobst

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