Gemeinsam verschieden-vielfältig sein

Es braucht Unternehmenskulturen, die aufstehen oder Erkennungszeichen setzen.

Geprägt vom englischen Begriff „Diversity“ bedeutet das Wort „Diversität“ nichts anderes als Verschiedenheit oder auch Vielfältigkeit. Erst durch den gerade stattfindenden gesellschaftlichen Diskurs rund um Interkulturalität, Akzeptanz und soziale Verantwortung wurde das Wort Diversität in seiner Bedeutung aufgeladen und ist nun nicht mehr nur in wissenschaftlichen Arbeiten zu finden, sondern auch in den Policies von Unternehmen.

DIE WAHRNEHMUNG UND ANERKENNUNG ANDERER
Geht es ums Gendern, andere Kulturen, Religionen oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Fertigkeiten fallen diese „Diskussionsthemen“ oft unter den Punkt Diversität. Sich auf die Fahnen zu schreiben Menschen anderer Kulturen, Sittenkreise oder Geschlechter wahrzunehmen und diese auch anzuerkennen sollte dies nicht nur in schriftlicher Form verwirklichen, sondern auch einiges dafür tun. Die alleinige Aussage, dass wahrgenommen und anerkannt wird reicht nur in ganz wenigen Fällen aus. Hier macht die Aktion den Unterschied. Es braucht Unternehmenskulturen, die aufstehen oder Erkennungszeichen setzen.

Im Sport finden wir solche Aktionen oft beim Fußball oder in der NFL, wenn Spieler pinke Schweißbänder oder regenbogenfarbene Schleifen tragen. Statements, die so um die ganze Welt gehen sind in ihrer Absicht durchwegs gut gemeint, nützen dem „kleinen Mitarbeiter/ der kleinen Mitarbeiterin“ allerdings wenig. Doch um was geht es denn schlussendlich? Im Grunde fokussiert man sich auf die Gemeinsamkeiten und gleichzeitig auf die Unterschiede. Es geht um die Implikation und Einbindung gesellschaftlicher, menschlicher, religiöser, kultureller und physischer Unterschiede, die noch keinen Platz im allgemeinen Gesellschaftsbild und -diskurs gefunden haben. Sprich man erweitert seinen Horizont und sollte im besten Fall darüber nachdenken, ob die geplante Aktion, die neue Regelung, die neuen Gesundheitsrichtlinien oder auch die angebotene Firmensportart auch die Möglichkeit bietet ALLE Angestellten einzubeziehen. Und schafft somit einen Raum gemeinsam unterschiedlich zu sein.

KEINE ANGENEHME ARBEIT
„Wir achten auf die Genderquote“ ist leider wenig ausreichend. Sich als Firma und vor allem als Unternehmensleitung an das durchaus heikle Thema „Diversität“ heranzutasten ist unangenehm. Immer ein Streitpunkt, immer eine Diskussionsvorlage, stets ein polarisierendes Thema. Es kommt vor, dass Statementpapiere, Firmenpolicies oder andere Unternehmensunterlagen beim Thema „Diversität am Arbeitsplatz“ letztendlich keinerlei Aussage beinhalten, um niemanden auf die Füße zu treten. Doch was tun, wenn man nun wirklich etwas tun möchte? Eine klare Positionierung zu finden durch ein Thema, das vereint ist vermutlich ein Ansatzpunkt. Gesellschaftlich gesehen gibt es da ad hoc nur wenige Thematiken: Essen, Musik und Sport. Diese drei Gesprächskreise sind universal, brauchen keine Sprache, sondern nur Menschen.

BETRIEBSSPORT IST EINE MÖGLICHKEIT
Es ist egal wie der Mensch aussieht, der kocht, wenn es schmeckt oder dass der Musiker/ die Musikerin blind ist, wenn der Ton stimmt. Und beim Sport? Beim Sport zählt das Team, die Gesamtleistung, es braucht alle für den Erfolg. Egal ob es der Hausmeister ist, der früher im Handballverein gespielt hat, die Reinigungskraft, die aus Indien kommt und möglicherweise Yogalehrerin war.

Bei unseren Erstberatungsgesprächen finden wir oft blinde Flecken. Nicht nur in den Unternehmen, auch bei uns selbst. Es ist an alles und jeden zu denken. Betriebssport soll das Gemeinsamkeitsgefühl stärken, den Teamgeist wecken und ein Angebot bieten, das für alle passend erscheint. Der Körper ist dabei in Bewegung aber mit anderen Ausrichtungen, Zielen oder Traditionen. Betriebssport ist in der Lage Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen zusammen zu bringen. Keiner wird dabei mehr oder weniger wertgeschätzt. Auch wenn jeder individuell ist, gibt es bei Bewegung und Sport einiges was diese Menschen miteinander verbindet. Und das was zum Schluss bleibt? Es zählt das Team.

FOTO: ÖBSV

ARTIKEL TEILEN.