“Grüße aus der Hölle”

Matti Nykänen ist tot. Der Ausnahmeskispringer starb am 3. Februar im Alter von 55 Jahren; nachdem er in seinem letzten Interview kurz davor wieder optimistisch wirkte.

Es war in den 1980er-Jahren, als Matti Nykänen den Skisprungzirkus dominierte. Er gilt als einer der größten Skispringer der Geschichte. Nykänen gewann viermal Olympia-Gold, holte sich bei Weltmeisterschaften sechsmal Gold, zweimal Silber und dreimal Bronze. Den Gesamtweltcup konnte er viermal für sich entscheiden, die Vierschanzentournee zweimal.

Als Profisportler machte er seinen Skisprungkollegen das Leben schwer. Ab 1991 – nachdem er seine aktive Karriere als Skispringer beendete – wurde Nykänens Leben mehr und mehr zum Albtraum, wie er es selbst öfter bezeichnete. Alkoholexzesse, Prügeleien, Gefängnis – „die Hölle ist nicht so schlimm wie mein Leben“, wird Nykänen 2012 in einem Interview mit der Welt zitiert. Er jobbte als Kellner und versuchte sich mitunter als Sänger, doch keiner seiner Neustartversuche sollte aufgehen. Seine Autobiografie, die 2003 erschien, nannte er „Grüße aus der Hölle“. Doch zuletzt schien Nykänen sich und sein Leben wieder im Griff zu haben; zumindest meinte er dies in einem Interview mit der finnischen Zeitung Aamulehti vor wenigen Wochen. Am 3. Februar endete sein Leben schließlich. RiP, Matti!

FOTO: Gepa Pictures

ARTIKEL TEILEN.