Im Großen und Kleinen

Es ist fast egal, wie groß ein Unternehmen ist, Sport in der Firma ist eine Sache des Wollens.

Hört man sich bei Firmen verschiedenster Größe um, dann bekommt man das Gefühl, dass die Unternehmen den Betriebssport über den Gedanken von Gesundheit und Prävention hinaus sehr ernst nehmen. Es ­fallen ­moderne Begriffe wie Employer Branding, aber auch Wörter wie ­Atmosphäre.

KENNENLERNEN
Gerade Letzteres ist größenunabhängig. Egal ob die Malerei Henryk Sojka mit 17 Mitarbeitern, die Porsche Holding Salzburg mit 2.000 oder der ORF. Rainer Rauch vom TV sagt: „Neben dem Aspekt der Gesundheitsvorsorge trägt der Betriebssport auch dazu bei, dass sich Kollegen auch außerhalb des Arbeitsalltags kennenlernen und so mitunter mit Personen in Kontakt treten bzw. treten können, mit denen sie andernfalls aus dienstlichen Gründen wenig bis nichts zu tun hätten. Dies führt nicht nur zur Errichtung eines Netzwerkes, sondern auch dazu, dass der Zusammenhalt gestärkt und das Verständnis für die Aufgaben und Funktionen anderer Bereiche noch transparenter wird.“ Stephan Thuswaldner von Prosche meint: „Der Betriebssport stärkt einerseits das Employer Branding und die Mitarbeiterbindung und wirkt andererseits als zusätzliche Motivation, Gesundheitsvorsorge und Teambuilding. Deshalb herrscht Einigkeit zwischen Arbeitnehmervertretung und dem Porsche Holding Management über eine großzügige finanzielle und organisatorische Unterstützung für unsere MitarbeiterInnen. Neben regelmäßigen Spendenaktionen (für Kinderkrebshilfe etc.) fungiert auch der Betriebssport als soziales Bindeglied. So werden bei sportlichen Veranstaltungen firmeninterne Hierarchien überwunden und der gemeinsame Zusammenhalt gestärkt.“ Und Maler-Chef Sojka: „Sport ist sehr wichtig, wir machen viel Sport gemeinsam, das ist für die Atmosphäre gut. Ich organisiere auch immer verschiedene Veranstaltungen, gerade zuletzt haben wir uns zum Sporteln getroffen, dann haben wir gemeinsam gegessen.“

WICHTIGKEIT
Der Stellenwert ist also hoch. „Der Betriebsrat und die Geschäftsführung legen ein großes Augenmerk auf die Gesundheit der MitarbeiterInnen und fördern die sportlichen Aktivitäten. Derzeit haben wir 13 Sportsektionen und eine Vielzahl zusätzlicher sportlicher Veranstaltungen, an denen die Arbeitnehmer teilnehmen können. Die Porsche Holding Salzburg hat für ihre MitarbeiterInnen einen eigenen Workout-Raum eingerichtet. Hier werden die ganze Woche nach einem Stundenplanmodell die unterschiedlichsten Kurse mit ausgebildeten Trainern (von Fitness bis Entspannung) angeboten. Jedes Semester wird das Fitnessangebot erweitert und adaptiert“, erklärt Thuswaldner. Und der ORF? „Das Unternehmen unterstützt den Betriebssport dadurch, dass es dafür Räumlichkeiten zur Verfügung stellt wie zum Beispiel einen Bereich für Fitnessgeräte und einen Gymnastikraum.“ Der kleine Malerbetrieb nimmt den Sport auch ernst, aufgrund der Branche ist das aber mitunter etwas schwierig: „Bei uns sind viele Termine auswärts, das kann ich nicht erlauben. Früher nach Hause geht. Wenn wir ein Event haben, können wir schon einmal um 15 Uhr statt um 16 Uhr aufhören.“

HIGHLIGHTS
Wer sich regelmäßig zum Sporteln trifft, erlebt dann freilich auch das eine oder andere Highlight. Beim ORF hat man beispielsweise gegen die AUA gegolft – und knapp verloren. Die Schachsektion spielte im Turniersaal der Nationalbank bei der Blitzmeisterschaft des Betriebssport Verbandes und konnte sich in der dritten Liga der Wiener Betriebsmeisterschaft etablieren. Und bei der Porsche Holding? „Eines der größten Highlights für unsere MitarbeiterInnen ist unser jährlicher Firmenskitag. Hier stehen Wettbewerb, Teambuilding, Zusammenhalt und der gemeinsame Spaßfaktor an erster Stelle. Das vom Betriebsrat organisierte Event ist immer schon Monate vorher in aller Munde und wird mit viel Vorfreude herbeigefiebert.“ Hinzu kommen das schon traditionsreiche Golfturnier, Kartfahren, das Volleyballteam nahm bei sämtlichen österreichischen und Salzburger Betriebssport Meisterschaften teil und kam immer unter die Top 3: „Beim Salzburger Business Lauf stellte die Porsche Holding in den letzten Jahren die größte Anzahl an Teams (ca. 90– 100), und unsere MitarbeiterInnen waren in den Klassifizierungen immer vorne dabei. Bei den aktuellen Europäischen Betriebssport Meisterschaften in Salzburg sind unsere MitarbeiterInnen bei verschiedenen Betriebssportarten gemeldet, und u. a. gewann Alexander Leprich beim Hochsprung den 1. Platz und Barbara Pirstinger war bei zwei Schwimmbewerben unter den Besten.“ Henryk Sojka wiederum war jahrezehntelang Fußballspieler und -trainer, da kommt man mit dem Erzählen der Highlights kaum nach.

FOTO: ÖBSV

ARTIKEL TEILEN.