Nachhaltigkeit im Sportbusiness

Hersteller, Sporthändler und Sport-Eventveranstalter zeigen immer wieder mit neuen „grünen“ Initiativen und Produkten auf. Die Zukunft wird zeigen, wie ernst sie es tatsächlich meinen.

Das Thema Nachhaltigkeit ist längst auch im Sportbusiness angekommen. Kein Wunder, handelt es sich doch dabei um einen absolut notwendigen Trend, den naturgemäß auch die großen Sportmarken nicht verpassen möchten. Auch auf der ISPO Munich 2019 spielten der Umweltschutz respektive umweltfreundliche Materialien, Recycling, Langlebigkeit und Schadstoffvermeidung eine zentrale Rolle. Nachdem adidas und Parley for the Oceans 2015 das erste Konzept für Performance Schuhe vorstellte, machte das Unternehmen dieser Tage mit dem „Futurecraft.Loop“, einem zu 100 % recycelbaren Performance-Laufschuh, auf sich aufmerksam und vollzog damit den nächsten Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft.

„Unser Traum ist, dass die gleichen Schuhe immer wieder neu laufen können“, meint Eric Liedtke, Executive Board Member bei adidas und Verantwortlicher für Global Brands. Das Obermaterial des neuen Laufschuhs besteht gänzlich aus Garnen und Filamenten, die aus Plastikmüll aus dem Meer und illegalen Tiefsee-Stellnetzen zurückgewonnen und recycelt wurden bzw. werden. 2019 möchte adidas elf Millionen Paar Schuhe aus Ocean Plastic by Parley auf den Markt bringen. Darüber hinaus hat sich das Unternehmen verpflichtet, ab 2024 für alle Produkte und Anwendungsbereiche, für die eine Lösung besteht, nur noch recyceltes Polyester zu verwenden. „Plastikmüll aus dem System zu entfernen ist der erste Schritt, aber wir können da nicht Halt machen“, mahnt Eric Liedtke.

Ganz ähnlich sieht das Eduard Friedl, Leiter Exklusivmarken bei Hervis. „Nachhaltigkeit hält Einzug in alle Bereiche des täglichen Lebens, so auch in der Mode. Vor allem im boomenden Outdoor-Bereich ist die Nachfrage nach ‚grünen‘ Produkten besonders groß.“ Dabei geht es ihm nicht nur um ein ökologisches, „sondern auch um ein soziales Gewissen, das Konsumenten und Marken zum Umdenken bewegt. Wir von Hervis tragen aktuell schon mit der Eco-Linie unserer Exklusivmarke Kilimanjaro Plus diesen gestiegenen Ansprüchen Rechnung.“ Mit der Marke Kilimanjaro setzt die Sportfachmarktkette seit 2018 ein Zeichen für Nachhaltigkeit im Bereich Outdoor-Mode – die umweltfreundliche Eco-Kollektion im Kilimanjaro Plus-Sortiment wird ohne per- und polyfluorierte Carbone produziert. Die Artikel bestehen aus recyceltem Polyester, das durch PET-Flaschen oder Stoffabfällen ausgedienter Polyesterkleidung gewonnen wird.

Aber auch im Bereich Sportveranstaltungen muss ein Umdenkprozess stattfinden. Schließlich haben die Megaevents mit vielfältigem Rahmenprogramm heute enorme Auswirkungen auf die Umwelt; und schließlich auch auf den Menschen. Nachhaltige Sport-Events zeichnen sich eben dadurch aus, dass sie keine Müllberge und Verkehrslawinen verursachen und darüber hinaus energieeffizient sind und den Besuchern eine umweltschonende An- und Abreise ermöglichen. Auch die Österreichische Bundes-Sportorganisation (BSO) weist auf ihrer Webseite auf die Bedeutung solcher „Green Events“ hin.

All diese Initiativen sind wichtig und gut, letztlich bleibt allerdings zu hoffen, dass es sich dabei nicht nur um Show- oder Marketingeinlagen handelt, die nur ein Ziel vor Augen haben: Profit und Wachstum. Gelebte Nachhaltigkeit folgt anderen Maximen.

FOTO: GEPA Pictures

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