Neue Ära für Volkswagen

Der Mobilitätspartner des Deutschen Fußballverbands verpasst sich ein neues Erscheinungsbild und möchte sich dadurch moderner und authentischer als zuvor präsentieren.

Erst zu Jahresbeginn machte Volkswagen von sich reden, als nämlich die Zusammenarbeit mit dem DFB bekanntgegeben wurde. Seither tritt die Kernmarke des VW-Konzerns als offizieller Mobilitätspartner des Fußballverbandes auf. Pünktlich zum Start der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt folgte dann der nächste Streich: Der Wolfsburger Autobauer präsentierte seinen neuen Markenauftritt mit neuem Logo – als Start in eine neue Ära.

Denn zeitgleich wurde auch der neue, voll elektrische ID.3 vorgestellt. „Die Zukunft von Volkswagen ist elektrisch, voll vernetzt und CO2-neutral“, hieß es dazu in einer Aussendung des Konzerns. Den Markenrelaunch entwickelten 19 interne Teams sowie 17 externe Agenturen gemeinsam. Ihr Ziel war es, VW weltweit moderner und authentischer darzustellen – daher ging man auch von der etwas antiquierten 3D-Variante zu einer 2D-Optik über. Zudem war es ein Anliegen, Logo und Corporate Identity so flexibel wie möglich und vor allem optimiert für sämtliche digitalen Anwendungen zu gestalten. „Mit dem neuen Brand Design haben wir eine authentische Kommunikationsplattform geschaffen, um die Elektromobilität zu emotionalisieren. Unter dem Motto ‚digital first‘ und ‚ohne Filter‘ zeigen wir das Volkswagen der Zukunft“, bringt es Volkswagen-Chefdesigner Klaus Bischoff auf den Punkt.

„Die Marke vollzieht mit der Formulierung neuer inhaltlicher Ansprüche und neuen Produkten einen tiefgreifenden Wandel hin zu einer bilanziell emissionsfreien Zukunft für alle“, meint Jürgen Stackmann, Mitglied des Markenvorstands für Vertrieb, Marketing und After Sales.

IRRITATIONEN UND UMS NEUE LOGO
Nicht alle zeigen sich genauso begeistert vom neuen Logo wie seine Macher und der VW-Konzern selbst. Für Irritationen sorgt vor allem die Tatsache, dass das „W“ keine Berührung mit dem unteren Kreisrand aufweist und quasi frei schwebt. Genau darin sehen manche Markenexperten ein Problem: Das würde ihrer Ansicht nach Markenwerte wie Stabilität und Bodenhaftung konterkarieren.

Bis Mitte 2020 soll der Rollout des neuen Markenauftritts auf allen Märkten rund um den Planeten vollzogen sein.

NEUE VORWÜRFE
Blöd nur, dass just in der Zeit, in der VW begonnen hat, sich als umweltfreundliche Marke zu positionieren, die nächsten Abgasmanipulationsvorwürfe im Raum stehen. Einem Bericht des SWR zufolge sollen die VW-Diesel-Motoren des Typs EA288 (bereits nach Abgasnorm 6) ebenfalls eine sogenannte Zykluserkennung – eine illegale Abschalt-Software – nutzen, die dafür sorgt, dass Abgase eben nur auf dem Prüfstand vorschriftsmäßig gereinigt werden, nicht aber im Straßenverkehr. Volkswagen bestreitet dies naturgemäß. Ein Schelm, der behauptet: Das hatten wir doch schon einmal, oder?.

FOTO: Volkswagen

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