PKW Leasingfinanzierung

Für die steuerliche Beurteilung von Leasingverträgen kommt es maßgeblich darauf an, ob die entgeltliche Überlassung des Leasinggutes an den Leasingnehmer gleich einer „echten“ Vermietung als bloße Nutzungsüberlassung zu sehen ist („Operating-Leasing“) oder ob sich die Überlassung wirtschaftlich bereits als Kauf (Ratenkauf) darstellt. Die Abgrenzungsfrage besteht in erster Linie bei den Finanzierungsleasingverträgen.

Operating-Leasing wird als Begriff für Bestandsverträge verwendet, bei denen die Nutzungsfunktion in den Vordergrund tritt und die Wirtschaftsgüter in der Regel dem Leasinggeber zugerechnet werden (Leasinggesellschaft trägt das Eigentümerrisiko). Der steuerliche Vorteil liegt darin, dass die gesamten Leasing­raten zur Gänze Betriebsausgaben darstellen (=reine Miete).

Für Finanzierungsleasingverträge (bzw. Restwertleasingverträge) sind insbesondere die für beide Seiten unkündbare Grundmietzeit und die Verlagerung der Gefahr des zufälligen Untergangs und der zufälligen Beschädigung des Gegenstandes auf den Leasingnehmer charakteristisch (Leasingnehmer trägt das Eigentümerrisiko). Es gibt dabei Vollamortisationsverträge und Teilamortisationsverträge.

Beim Vollamortisationsleasing werden die Leasingraten so bemessen, dass sich die Finanzierungskosten des Leasinggebers (inkl. aller Nebenkosten) über die gesamte Laufzeit voll amortisiert haben.

Beim Teilamortisationsleasing (Restwertleasing) verbleibt dem Leasinggeber am Ende der Laufzeit ein kalkulierter Restwert, wodurch sich gegenüber dem Full-pay-out-Leasing geringere Leasingraten ergeben.

PKW-LEASING
Als Nutzungsdauer ist für PKW bzw. Kombi die Mindestnutzungsdauer von acht Jahren anzusetzen.

Die Luxustangente von EUR 40.000,00 (inkl. USt und NOVA) und ein Privatanteil sind bei allen Leasingvarianten zu berücksichtigen.

Beim Finanzierungsleasing ist ein Aktivposten zu berechnen. Dieser soll verhindern, dass die Mindestnutzungsdauer für PKW und Kombi durch Leasing umgangen wird. Um dies zu verhindern, sind die Leasingraten im Ausmaß des Aktivpostens nicht absetzbar (Aufwandsmindernd). Der Aktivposten kommt sowohl für Einnahmen- und Ausgabenrechner als auch für Bilanzierende zur Anwendung.

Bei Berechnung des Aktivpos­tens wird jener Betrag der Anschaffungskosten, der aufgrund der kürzeren Leasingdauer beschleunigt absetzbar wäre, der AfA gegenübergestellt, die der Leasingnehmer beim Kauf des PKW hätte. Die Differenz ist der Aktivposten.

Bei Leasingverträgen, in denen eine Vorauszahlung bzw. erhöhte erste Leasingrate vereinbart wird, ist diese in der Buchhaltung zu erfassen und stellt eine aktive Rechnungsabgrenzung dar. Über die Leasingdauer verteilt erfolgt die Auflösung dieser Vorauszahlung (zusätzlicher Leasingaufwand).

Vorsteuerabzugsverbot für PKW (Anschaffungskosten, Leasingraten, Betriebskosten)!

AUSNAHME: Elektroautos. Der volle Vorsteuerabzug steht allerdings nur bei Anschaffungskosten bis maximal 40.000 EUR netto zu. Zwischen 40.000 EUR bis 80.000 EUR steht ein aliquoter Vorsteuerabzug zu. Bei Elektroautos, die mehr als 80.000 EUR netto kosten, steht jedoch weiterhin kein Vorsteuerabzug zu.

LKW-LEASING (AUCH FISKAL-LKW)
Sowohl für „normale“ LKW als auch für Kleinlastkraftwagen, die im Grenzbereich zwischen LKW und Kombi angesiedelt sind, gibt es

keine Angemessenheitsgrenze,

keine Mindestnutzungsdauer und

keinen Aktivposten für Leasing­raten

Absetzbar sind im Ausmaß der betrieblichen Nutzung:

AfA unter Zugrundelegung einer Nutzungsdauer von üblicherweise fünf Jahren für Neufahrzeuge

Leasingraten

Betriebskosten

Vorsteuern für Aufwendungen im Zusammenhang mit LKW sind abzugsfähig, wenn die betriebliche Nutzung mindestens 10 % beträgt.

FOTO: PIXABAY

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