“Spontan entstanden”

HPYBET-CEO Andreas Köberl im CoS-Interview über das neue Sponsoring der 2. Fußball-Liga.

m vergangenen Dezember überraschte die Bundesliga mit der Ankündigung, dass der neue Wettanbieter HPYBET ab Februar 2019 als Namensgeber der erst im Sommer neu erschaffenen 2. Liga fungieren wird. Grund genug für Color of Sports, mit HPYBET-CEO Andreas Köberl über die Ziele und Hintergründe des Sponsorings und die weiteren Pläne des Wettanbieters zu sprechen.

Color of Sports: Wie ist HPYBET entstanden, und wie hat sich das Unternehmen nach Österreich hin entwickelt?

Andreas Köberl: HPYBET ist als Marke am deutschen Markt schon länger bekannt gewesen und gibt es seit über zehn Jahren, damals noch mit einem anderen Markenauftritt und anderen Eigentümern. Eigentlich kommt die Unternehmensmutter aus dem Software-Bereich, und man ist dort auch Marktführer. Der Schritt, nun auch direkt ins Operator-Geschäft einzusteigen, war ein strategischer und die Konsequenz aus dieser Marktführerschaft. Die Überlegung war dann, ob man eine neue Marke aufbaut oder eine bestehende übernimmt. So ist man dann an die ehemalige Happybet herangetreten, hat gewisse Assets übernommen und ist so in den Markt eingetreten. Wir haben dabei die Marke verjüngt und einem umfassenden Rebranding unterzogen. Das Shopkonzept ist modern und auf das Wesentliche reduziert, viel Licht, viel Live-Sport und eine absolute Wohlfühlatmosphäre. Mitte vergangenen Jahres haben wir dann entschieden, mit eigenen Shops auch nach Österreich zu gehen. Aktuell betreiben wir 30 Flagship-Premium-Stores in Österreich und 150 in Deutschland, mit starker Wachstumsambition. Wir sind ein Omnichannel-Anbieter und werden in den kommenden Wochen auch im Online- und Mobilbereich launchen, das ist auch Teil des Sponsorings der 2. Liga, um so richtig durchstarten zu können.

CoS: Wie sehen Sie HPYBET im deutschsprachigen Markt im Vergleich zu den Marktbegleitern?

Köberl: Wir sehen uns als Premium-Anbieter, der sehr innovationsgetrieben ist. Das ist auch sehr wichtig, weil der Markt mit einer dreistelligen Anzahl an Mitbewerbern hart umkämpft ist. Da kann man sich keine Fehler erlauben. Insofern haben wir uns für den Digitallaunch auch die notwendige Zeit genommen und nicht schon vergangenen Sommer mit einem noch nicht ganz innovativen Produkt den Markt betreten. Wir messen uns mit den Top-Playern wie Tipico & Co. Was unser Retail-Produkt betrifft, glaube ich auch, dass wir die Nase vorne haben. In den kommenden Wochen und Monaten werden wir dann auch was die Marke betrifft ordentlich aufholen. Im Retail-Bereich sind wir aktuell die Nummer vier am Markt. Da ist unser Anspruch klar, dass wir am Ende des Jahres auf Platz drei sein wollen.

CoS: Wann wird der Digitallaunch konkret über die Bühne gehen? Geht sich das mit dem Rückrundenstart der 2. Liga rund um den 22. Februar aus?

Köberl: Ja, davon ist auszugehen. Der erste Schritt wird ein Soft-Launch sein, die ersten Tests sind positiv verlaufen. Auf jeden Fall werden wir aber im ersten Quartal 2019 online gehen.

CoS: Im Dezember hat HPYBET das Bewerbs- und Namenssponsoring der 2. Liga öffentlich bekanntgegeben. Wie ist es dazu gekommen, und welche Ziele werden damit verfolgt?

Köberl: Das Ganze ist relativ spontan über unseren Vermarktungspartner Sportradar entstanden. Wir haben über die verschiedenen Vermarktungsmöglichkeiten diskutiert, und dabei war auch die 2. Liga ein Thema. Wir haben uns dann mit Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer zusammengesetzt und rasch festgestellt, dass es gut zu uns passt, denn wir haben im Markt sehr viele alteingesessene Marken mit wenig Innovation, auch was die Kommunikation betrifft. Wenn man am Wochenende die Bundesliga auf Sky ansieht, hat man vier Wettanbieter, wo jeder den anderen quasi kopiert. Wir wollen das aufbrechen und anders machen und gehen daher nicht mit einem siebenstelligen Betrag zu einem deutschen Klub, sondern wir suchen uns gezielt charmante und authentische Partner. Die 2. Liga hat für uns genau dieses Auftreten, das ist ideal für uns als junge Marke. Wir sind nicht ganz weg vom Mainstream, aber es ist auch nicht die kommerzielle Keule, und wir sind sehr eng mit dem Sport verbunden.

CoS: Und welche konkreten Ziele verfolgt man mit dem Sponsoring?

Köberl: Es geht vorerst um die Brand-Awareness. Zudem haben wir einen Partner, der unsere Markenwerte wie dynamisch, jung, innovativ und nahe am Sport bestmöglich mitträgt. Diese Werte wollen wir mit der 2. Liga transportieren. Wir launchen in Kürze dazu auch Kampagnen, die nicht den klassischen Kommunikationserwartungen entsprechen werden.

CoS: Wie wird das Sponsoring sichtbar werden?

Köberl: Da gibt es eine breite Palette, und noch nicht alles ist in trockenen Tüchern. Das beginnt mit klassischer PR-Arbeit, einem sehr engen Austausch mit den Vereinen der 2. Liga wie Patronanz für einzelne Spiele und die Unterstützung von Events vor Ort. Wir planen u. a. den einen oder anderen großen Verein mit Champions- oder Europa-League-Erfahrung für Test-Spiele nach Österreich zu holen. Den Rest behalten wir noch für uns.

CoS: Und wie sieht das Sponsoring-Paket mit der 2. Liga konkret aus?

Köberl: Da ist einmal das klassische und umfassende Namenssponsoring der 2. Liga, inklusive der Präsenz auf den Trikots der Vereine der Liga wie auch der Ligaball selbst. Dazu gibt es kleinere Maßnahmen und Gespräche mit den Vereinen wie etwa Gewinnspiele, Meet & Greet, etc. Wir legen dabei sehr viel Wert auf die Interaktion mit der Zielgruppe.

CoS: Welche Kommunikationsmaßnahmen sind noch geplant?

Köberl: Wir beginnen jetzt auch mit umfassender Pressearbeit, auch im B2B-Bereich. Zudem werden wir eine umfassende Digitalkommunikation starten, wir konzipieren zudem auch Spots. Wir möchten zudem im regionalen Bereich gemeinsam mit den Vereinen kommunizieren.

CoS: Ist es denkbar, dass es in Österreich weitere Sponsorings gibt, bei Klubs, Verbänden, anderen Sportarten?

Köberl: Ja, das ist denkbar und ist auch angedacht. Wir wollen dabei aber auch hier vom klassischen Sponsoring abweichen und innovative Wege gehen, im Fußball aber auch abseits davon.

CoS: Welche Erwartungen haben Sie mit dem Digitallaunch in Bezug auf die künftige Umsatzverteilung?

Köberl: Das ist schwierig abzuschätzen, natürlich haben wir Planungen. Wir gehen ungefähr von einer mittleren zweistelligen Prozentzahl beim Umsatz im digitalen Bereich aus. Es ist zwar die Transformation vom klassischen Retail-Kunden in den Online-Bereich schwierig, weil das zwei gänzlich verschiedene Kundentypen sind. Aber unsere Omnichannel-Strategie hat ihren Reiz, weil mit der Kundenkarte aus dem Shop kann man jetzt bereits online wetten. Hier sehen wir vor allem in Österreich einen hohen Zuspruch.

CoS: D.h. Sie erwarten keinen Kannibalisierungseffekt?

Köberl: Es wird sich nur ein kleiner Teil kannibalisieren, aber insgesamt sehen wir drei verschiedene Zielgruppen. Unser Premium-Shop-Konzept funktioniert sehr gut, es ist stark auf den Sport abgestimmt mit einem starken Fokus auf Live-Sport. Bei den Shops gehen wir im kommenden Jahr von einer Verdoppelung aus.

CoS: Wie teilen sich die Umsätze auf die Sportarten auf?

Köberl: Fußball hat natürlich den Löwenanteil, da reden wir von 80 bis 90 Prozent.

CoS: Mitbewerber haben sich auch mit Sponsorings auf kleinere Sportarten fokussiert wie etwa Basketball oder Tennis. Inwiefern ist das auch ein Thema für HPYBET?

Köberl: Das sind Diskussionen, die wir natürlich führen. Und unser Bestreben, sich vom Mainstream ein bisschen zu lösen, spielt hier natürlich auch rein. Das kann alles einmal ein Thema sein, derzeit ist es aber zu früh, darüber zu sprechen.

CoS: Wie sieht es mit der sozialen Verantwortung von HPYBET aus?

Köberl: Hier ist sehr viel geplant. Das primäre Engagement ist, dem Fußball bzw. dem ganzen Sport etwas zurückzugeben, eben in Form von Sponsoring oder Ähnlichem. Auch Organisationen wie Play Fair Code sind ein Thema, hier wird es auch Gespräche geben.

CoS: Wie sieht die Umsatzentwicklung aus. Können Sie konkrete Zahlen nennen?

Köberl: Konkrete Zahlen kann ich nicht nennen, aber wir wollen auch 2019, wie schon vorher erwähnt, stark wachsen, und das sagt aus meiner Sicht schon einiges über den Zustand des Unternehmens aus. Wir haben mittlerweile 150 Mitarbeiter im Unternehmen.

FOTO: Gepa Pictures

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