Super gerudert

Die Ruder-Weltmeisterschaft in Linz-Ottensheim entpuppt sich als Erfolg für die Veranstalter. Das lag vor allem am Wetter.

Von 25. August bis 1. September fand auf der Regattastrecke in Linz-Ottensheim die Weltmeisterschaft im Rudern statt. „Ich erkläre hiermit die Ruder-Weltmeisterschaft 2019 in Linz-Ottensheim für eröffnet“, sprach Jean-Christophe Rolland, der Präsident des internationalen Ruderverbandes, am 24. August zu den Zuschauern. Und damit konnte das Spektakel in Ober­österreich losgehen.

EINDRUCKSVOLL
Dabei hatte das zehnköpfige Organisationsteam einiges zu stemmen. 2.000 Athleten aus 80 Nationen waren angereist, alle inklusive entsprechendem Betreuerstab. 26 TV-Anstalten übertrugen die Wettkämpfe, bis zu 200 Millionen Menschen ließen sich vom Rudern in den Bann ziehen. Dazu kamen tausende begeisterte Unterstützer auf den Rängen. 300 freiwillige Helfer aus aller Welt griffen dem Organisationsteam unter die Arme. Dazu kamen noch einmal so viele Ordner, Sicherheitskräfte, Feuerwehrleute und Sanitäter.

Auch auf Sponsorenseite gab es breite Unterstützung. Genaue Angaben können die Veranstalter nicht machen, Partner waren etwa ORF OÖ, Felbermayer, die Oberösterreichischen Nachrichten, die Energie AG und viele weitere. Im Jänner hatten die Organisatoren gegenüber Color of Sports von rund 8,6 Millionen Euro Budget gesprochen, von denen je 3,5 Millionen Euro öffentliche Förderungen von Bund und Land waren, der Rest wären dann eben noch lokale Zuwendungen von Ottensheim und Linz sowie eben die Sponsoren und das Ticketing.

BEGEISTERT
Horst Anselm, Präsident des Oberösterreichischen Ruderverbandes und im Organisationskomittee, zieht ein positives Resümee: „Es war eine perfekt gelungene Veranstaltung, natürlich auch begünstigt vom Wettergott.“ Auch die internationalen Gäste zeigten sich beeindruckt, wie Anselm weiter ausführt: „Es gab großes internationales Lob für die fairen Bedingungen und die ausgezeichnete Organisation. Besonders gelobt wurde weiters, wie wir aktiv auf allfällige erkennbare Wünsche der Trainer und Athleten eingegangen sind.“

HIGHLIGHTS
Der Mitorganisator hatte übrigens nichts mit der Eröffnungsfeier zu tun, ließ sich überraschen und wurde wiederum positiv überrascht. „Da ich mich hier in die Vorbereitung absolut nicht habe einbinden lassen und auch keine Informationen wollte“, sagt Anselm rückblickend, „war es für mich eine der schönsten Eröffnungsfeiern der letzten zehn Jahre bei Ruderweltmeisterschaften.“ Sportlich gab es natürlich auch einiges zu beobachten. „Ein Highlight war mit Sicherheit der Männer-Einer mit dem sensationellen Sieg des erst seit drei Jahre rudernden deutschen Ruderers“, führt er weiter aus. „Es gibt aber auch ein weinendes Auge, weil es beim Männer-Achter nicht mit einer neuen Weltrekordzeit geklappt hat.“ Hinter vorgehaltener Hand erzählt man sich, dass ein bisschen Schiebewind den Weltrekord ermöglicht hätte.

UNGLÜCKSFALL
Allerdings kam es zu einem Unglück: Ein 33-jähriger Parasportler kam beim Training nach dem Kentern seines Bootes zu Tode, er galt als guter Schwimmer, die Sicherheitskräfte konnten nicht mehr eingreifen. Horst Anselm zeigt sich betroffen, aber schätzt auch den Umgang aller Beteilig-ten mit dem Unglücksfall. Die öffentlichen Stellen ließen den Organisatoren ihre Unterstützung zukommen.

POSITIV
Die Ruder-WM erweist sich auch im Rückblick als gut organisiertes Sportevent. 2015 kam bekanntlich der Zuschlag, die Vor­­laufzeit begann schon 2013. 2017 schließlich wurde die Anlage eröffnet, 2018 fand im Juni der Weltcup statt, quasi als Vorbereitung. So kann es eben gehen, wenn ein Sportevent auch in dieser Größenordnung durchdacht und gut vorbereitet angepackt wird. „Volle Tribünen, packende Wettkämpfe, sportliche Höchstleistungen, Tränen des Jubels, aber auch der Enttäuschung“, sagt der Veranstalter in einer Aussendung. Dem ist nichts hinzuzufügen.

FOTO: GEPA Pictures

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