Super Liga?

Die unter das Dach des Basketballverbandes zurückgekehrte Liga geht neue Vermarktungswege.

Von 1998 bis 2019 war die Basketball-Bundes­liga Ausrichter der höchsten Liga bei Österreichs Korblegern, in den letzten Jahren auch der zweiten Liga. Seit 1. Juli ist alles anders. Der Verband holte die Ligen zurück, die höchste Spielklasse heißt nun Superliga, nicht mehr Bundesliga. Das Warum ist schnell erklärt: Das neue Führungsteam des Verbands war mit der Idee angetreten, den Basketball in Österreich nach vorne zu bringen. Sinkende Zuseherzahlen, zurückgehende Sponsoringeinnahmen, das Bewegtbild im Pay-TV und eine Doppelgleisigkeit zwischen Verband und Liga, die laut Insidern durchaus als lähmend bezeichnet wurde. Bislang war es so, wie ­Johannes Wiesmann vom Basketballverband erklärt: „Bislang war der Verband für die klassischen Verbandstätigkeiten zuständig sowie die Nationalteams. Die Liga hatte einen Lizenzvertrag, dass sie die beiden höchsten Spielklassen der Herren ausrichten dürfte.“ Im März war Präsidiumswahl, eine Gruppe rund um Gerald Martens fand sich, wurde einstimmig gewählt – man will den Basketball auf eine neue Ebene heben, und die Rückholaktion der Ligen ist der erste Schritt. Für Martens war klar: Es braucht eine Gesamt­reform.

FÜR EUROPA NOTWENDIG
Der Grunddurchgang der Admiral Basketball Superliga, der 18 Runden umfasst, startet am 28. und 29. September. Danach wird das Feld geteilt: in Platzierungsrunde (Platz 1 bis 6) und Qualifikationsrunde (Platz 7 bis 10), aus der es die beiden besten Teams noch in die Playoffs der Top 8 schaffen, wo alle Runden im Modus „Best of 5“ ausgetragen werden. Für die beiden Schlusslichter geht es in der Relegation gegen die beiden Finalisten der Basketball Zweite Liga (B2L) um den Verbleib in der Admiral BSL. Dort beträgt das Mindestbudget 350.000 Euro. Im internationalen Vergleich Peanuts, auch wenn Topteams sich Richtung Million bewegen. Im europäischen Basketball fließen Summen, die mit der NBA vergleichbar sind, dementsprechend haben die Vereine in der EuroLeague bis zu 50 Millionen Euro Budget. Aber auch in EuroCup, Champions League und Co sind die Budgets im zweistelligen Millionenbereich.

PROBLEMATISCH
Nebst diesen Überlegungen gab es immer wieder auch finanzielle Probleme bei den Klubs. 2016 etwa wurde Güssing die Lizenz entzogen, 2018 erhielten die Fürstenfeld Panthers die Lizenz in erster Instanz nicht. Und auch für die Superliga schauen sie durch die Finger. Es gab elf Bewerbungen, die des SKN St. Pölten war laut Liga „einfach besser“ als jene der Panthers. Diese beeinspruchten, wollten gleich gar nicht  in die zweite Leistungsstufe – nur um kurz darauf zu verkünden, doch an dieser teilzunehmen. Wiesmann betont aber: „Basketball ist sehr kostenintesiv.“

NEUE ÄRA
Nun geht man eben neue Wege, vor allem auch, um für Sponsoren attraktiver zu werden. Dazu gibt es zwei Eckpfeiler. Einerseits Admiral, die schon die Bundesliga sponserten. In einer Aussendung sagt Admiral-Geschäftsführer Jürgen Irrsiegler: „Wir freuen uns im heurigen Jahr besonders auf den Beginn der Meisterschaft, weil wir in den Gesprächen mit der neuen Verbands- und Ligaführung unglaublich viel Energie gespürt haben und von den neuen Ideen zur Entwicklung des österreichischen Basketballs absolut überzeugt sind.“ Und andererseits Sky, die zuletzt Exklusivrechtehalter waren. Das ist nun gewissermaßen aufgeweicht.

AUTOMATISCH IN HD
Wesentlich, so Wiesmann, war es, dass es mehr Basketball im TV oder im Stream gibt. „Wir müssen den Markt öffnen, Kinder, Jugendliche und Sponsoren erreichen, dazu braucht es neben Sky noch mehr“, meint er weiter. Nun gibt es weniger Exklusivität. Es gibt nach wie vor Sky mit 48 Livespielen und alle anderen ­Superliga-Spiele als Livestream auf skysportaustria.at – automatisiert und in HD. „Es wird ein automatisiertes Kamerasystem geben, das in allen Hallen der ersten und zweiten Bundesliga sein wird. Die Vereine haben weder Kosten noch Aufwand. Dieses Asset haben wir allen anderen Sportarten voraus.“ Technisch funktioniert es so: Über der Mittellinie hängen drei statische Kameras, die Software trackt, wo die Spieler sind, und zoomt rein. Hinzu kommen noch automatisch generierte Live-Statistiken. So wird mit sehr geringem Aufwand eine große Öffentlichkeit erreicht.

ATTRAKTIVES ANGEBOT
Ein Vergleich zwischen alter Bundesliga und Superliga wird schwierig, die Zahlen sind nicht öffentlich, auch Sky kommuniziert lediglich Abonnenten. Alleine die Masse der ausgestrahlten Spiele beider Spielklassen wird aber eine noch nie dagewesene Breite erzeugen. Zudem sind alle Superligisten mit modernen LED-Banden ausgestattet, einen Teil der Kosten übernimmt der Verband selbst. „Dadurch gibt es eine Premiumwerbefläche, die immer da ist. Die kann man zu guten Konditionen verkaufen“, sagt Tomas Kanovsky, General Manager, abschließend. Es ist angerichtet, nun muss ab 28. September auch geliefert werden. Kanovsky weiß das: „Wir werden mit diesem großartigen Vertrauensvorschuss sorgsam umgehen und den Basketballsport auf ein neues Level heben.“

FOTO: GEPA Pictures

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