Tennisgespräche

Sandra Reichel und Herwig Straka im Gespräch mit Color of Sports über Linz und Wien.

Wenn der Herbst ins Land zieht, ist den Tennis-Fans klar: In Österreich ist Spitzentennis zu sehen. In Linz und Wien steigen die größten rot-weiß-roten Turniere ihrer Art.

Color of Sports hat mit den beiden Turnierdirektoren Sandra Reichel (Linz) und Herwig Straka  (Wien) über die Budgets, Sponsoren und Herausforderungen gesprochen.

SANDRA REICHEL

Color of Sports: Mit welchem Gesamtbudget gehen Sie in die Upper Austria Ladies Linz 2019?

SANDRA REICHEL: Das Gesamtbudget beläuft sich auf ca. 1,8 Mio Euro.

CoS: Wie setzt sich das Budget einnahmenseitig zusammen? Welche Anteile haben Sponsoring, Ticketing, etc.?

REICHEL: Sponsoring 70 %, Ticketing 10 %, TV Rechte 10 %, Sonstige 10 %.

CoS: Wie sieht die Sponsorenlandschaft dieses Jahr aus? Sind neue Sponsoren hinzugekommen?

REICHEL: Wir haben sehr treue Sponsoren wie zum Beispiel RLB OÖ, LINZ AG, bet at home und Lenzing, die Kooperation mit Porsche wurde ausgeweitet und mit Technogym und Transdanubia konnten wir zwei neue Sponsoren gewinnen. Und dann gibt es ein klares Bekenntnis des Landes OÖ und der Stadt Linz zum Turnier.

CoS: Wie ist es um die Zukunft des Turniers bestellt? Welche Herausforderungen sind zu meistern?

REICHEL: Die Zukunft des „Upper Austria Ladies Linz“ sehe ich sehr positiv. 2020 feiern wir unser 30-Jahr-Jubiläum, worauf wir sehr stolz sind, und Ober­österreichs Wirtschafts- und Sportlandesrat Markus Achleit­ner hat beim jüngsten Pressegespräch angekündigt, dass wir dieses Jubiläum groß feiern werden. Immerhin ist Österreichs bedeutendste Frauensportveranstaltung ein sportliches wie gesellschaftliches Ereignis für die Stadt Linz und das Land Oberösterreich. Der Werbewert ist enorm, wenn man bedenkt, dass die Bilder vom „Upper Austria Ladies Linz“ von mehr als 100 TV-Stationen ausgestrahlt werden. Wir erzielen auch eine große Social-Media-Präsenz, die Weltklassespielerinnen sind perfekte Botschafterinnen für den Frauensport generell.

CoS: Was liegt Ihnen zu „Ihrem Turnier“ sonst noch auf der Zunge?

RREICHEL: Es ist mir ein großes Anliegen, dass Tennis als weltweite Frauensportart Nummer eins nicht nur die Fans begeistert, sondern auch mehr Mädels zum Tennis bringt. Daher organisieren wir bei unserem Linzer Damentennis-Klassiker viele Aktivitäten rund um den Nachwuchs.

So kommt auch heuer wieder mit Judy Murray die beste Trainerin der Welt nach Linz, sie wird spezielle Camps mit den Mädels durchführen. Mit Österreichs ehemaliger Top-Spielerin Barbara Schett haben wir die allerbeste Turnierbotschafterin, und sie hat ihren kongenialen Partner bei Eurosport, den schwedischen Ex-Weltklassespieler Mats Wilander, zu einem Besuch in Linz eingeladen. Mats wird am Finalwochenende zu Gast sein und sich für diverse Aktivitäten zur Verfügung stellen. Das wird einer von vielen Höhepunkten beim „Upper Austria Ladies Linz 2019“.

HERWIG STRAKA

Color of Sports: Mit welchem Gesamtbudget gehen Sie in die Erste Bank Open 2019?

HERWIG STRAKA: Wir kommunizieren im Prinzip keine Budgetzahlen, es wird aber knapp an der zweistelligen Millionenzahl sein – und damit das höchstdotierte wiederkehrende Sportevent Österreichs.

CoS: Wie setzt sich das Budget einnahmenseitig zusammen? Welche Anteile haben Sponsoring, Ticketing, etc.?

STRAKA: Unsere vier großen Treiber sind Sponsoring, Ticketing, VIP und Medienrechte. Wobei Medienrechte, VIP und Ticketing im Ansteigen sind. Sponsoring stagniert auf gutem Niveau. Das ist auch bei anderen Veranstaltungen so zu beobachten. Im Vergleich zu vor einigen  Jahren hat der Anteil an Ticketing jedoch stark zugenommen.

CoS: Wie sieht die Sponsorenlandschaft dieses Jahr aus? Sind neue Sponsoren hinzugekommen?

STRAKA: Es ist so, dass sich der Bereich Sponsoring auf einem guten Niveau befindet. Wir haben keine Sponsoren verloren, einige dazugewonnen. Nach dem starken Anstieg im Bereich Ticketing und Hospitality erwarten wir für die kommenden Jahre dadurch auch einen Anstieg im Bereich Sponsoring. Wir merken eine gute Resonanz aus der Wirtschaft, es ist nur so, dass unsere  Veranstaltung mit dem erreichten Budget gewisse Sponsoren an ihre Grenzen stoßen lässt.

CoS: Seit einigen Jahren betonen Sie, dass es wichtig wäre, auch einen großen internationalen Sponsor zu bekommen. Wie steht es um diese Bemühungen?

STRAKA: Um die Bemühungen steht es sehr gut, aber es ist noch kein Ergebnis zu vermelden. Fakt ist, dass wir über die mediale Verbreitung unglaubliche Zahlen präsentieren können. Es ist auch so, dass internationale  Sponsoren nach den Märkten auswählen und da ist Österreich nicht das Land, das als erstes aufzeigt. Da gibt es größere Länder und hier gilt es den passenden Mix zu finden aus einer gewissen Beziehung zu Österreich und einem internationalen Standing.

CoS: Letztes Jahr meinten Sie im Color of Sports-Interview: „Wir müssen finanziell zulegen, sonst können wir das Turnier nicht in Wien halten.“ Wie steht es um die Zukunft des Turniers in Wien?

STRAKA: Prinzipiell ist das Package Wien und Erste Bank Open ein sehr gutes, es gelingt uns aufgrund der Attraktivität der Stadt immer wieder, die Spieler nach Wien zu bekommen. Im Bereich der Einnahmen ist es so, dass wir zulegen müssen, sonst wird es schwer, das hat sich auch nicht geändert. Es ist nach wie vor ein sehr knappes Budget, wo Einnahmen und Ausgaben sich fast gleich gegenüber stehen. Das ist langfristig keine Basis für den Erfolg eines Turniers. Wir müssen daher im Bereich der internationalen und nationalen Sponsoren zulegen.

CoS: Sie haben diesbezüglich auch die öffentliche Hand in die Pflicht genommen. Was hat sich hier getan?

STRAKA: Die öffentliche Hand, Bund und Stadt, sind aktiver als zuvor. Das kann man festhalten. Wir wollen aber das Pferd nicht von hinten aufzäumen und sagen: Wir brauchen eine gewisse Summe. Sondern es geht darum, was wir für die Stadt Wien und Österreich leisten in einer Weltsportart wie Tennis. Wir erzeugen eine große Aufmerksamkeit und direkte wie indirekte Rentabilität, speziell für die Stadt. Das spiegelt sich derzeit noch nicht wider in einer entsprechenden Unterstützung.

Upper Austria Ladies Linz, 6.–13.

Oktober

Erste Bank Open, 21.–27. Oktober

FOTO: GEPA PICTURES

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