Tribute to Niki

Der Formel-1-Grand-Prix von Österreich stand noch einmal ganz im Zeichen von Niki Lauda, dem eine Kurve gewidmet wurde.

Am 30. Juni 2019 wurde der erste Formel-1-Grand-Prix auf dem Red Bull Ring ohne Niki Lauda­ ausgetragen. Und doch war ­Österreichs Motorsport-Ikone allgegenwärtig. Dem Mann, der wie kaum ein anderer über Jahrzehnte das Ansehen der Alpen­republik in der Welt des internationalen Motorsports geprägt hat, wurde am Sonntag vor dem Start zum „Formula 1 Großer Preis von Österreich 2019“ die erste Kurve der Rennstrecke gewidmet. Die „Niki-Lauda-Kurve“ offiziell in Empfang nahmen Laudas Frau Birgit und Sohn Lukas.

SKULPTUR ÜBERREICHT
35 Jahre nach dem bislang einzigen österreichischen Heimsieg erhält die Startkurve des Red Bull Ring den Namen der heimischen Motorsport-Legende Niki Lauda. In Anwesenheit von Laudas Frau Birgit und Sohn Lukas wurde die Kurve am Sonntagmorgen vor dem Start zum Großen Preis von Österreich 2019 „Niki-Lauda-Kurve“ getauft. Der Freund und langjährige Weggefährte Helmut Marko überreichte Birgit und Lukas Lauda symbolisch eine Skulptur, die dem Streckenlayout des Red Bull Ring entspricht.

„Uns bedeutet es besonders viel, natürlich auch für die Familie, weil es dem Niki so viel bedeutet hätte, obwohl er ja immer jemand war, der Ehrungen und Pokale abgelehnt und auch verschenkt hat. Mit einer Kurve gab es ja die Geschichte, dass er schon einmal eine hatte, und dann wurde sie ihm quasi weggenommen. Damals war er doch recht enttäuscht und traurig, und deswegen weiß ich, dass es für ihn heute eine besondere Ehre gewesen wäre, im Rahmen dieser Zeremonie seine Kurve wieder zurückzubekommen“, so eine bewegte Birgit Lauda im Rahmen der Übergabe.

Niki Laudas Sohn Lukas meinte: „Ich bin stolz darauf, freue mich natürlich und bedanke mich sehr bei Red Bull, beim Helmut und bei allen anderen auch. Wie Birgit gesagt hat, wäre er, glaube ich, stolz darauf, weil er jetzt die Kurve 1 hat. Ich glaube, davor war es die Kurve 5 oder 6, und das hätte er irrsinnig gern gehabt.­ Ich freue mich auch sehr, hier zu sein.“

60.000 KAPPERLN
„Es gab bereits eine Kurve, die nach Niki Lauda benannt wurde. Im Zuge der Umgestaltung des Red Bull Ring ist sie irgendwie abhandengekommen, und das hat Niki gestört. Ich habe ihm gesagt: ,Du kriegst wieder eine Kurve.‘ Jetzt ist, glaube ich, der richtige Moment, um den Mythos, die Persönlichkeit und vor allem die Verdienste für den Motorsport, die Niki Lauda getätigt hat, in würdiger Weise zu dokumentieren. Wir haben die Kurve Nummer 1 genommen. Hier ist am meisten Aktion, da geht’s am wildesten zu. Also all das, was Niki selbst gelebt und aber auch geschätzt hat. Er hätte sich, glaube ich, sehr, sehr gefreut“, sagte Helmut Marko.

RENNEN IM ZEICHEN VON NIKI LAUDA
Im Zeichen von Niki Lauda stand das gesamte Formel-1-Wochen­ende 2019 in Österreich. In der F1-Fanzone war der 1984er- McLaren ausgestellt, mit dem Lauda seinen Heimsieg feierte. Ebenso zu sehen war der Ferrari von 1975, den Niki Lauda bei seinem ersten Weltmeistertitel pilotierte. Das Auto erinnert im Paddock der Königsklasse an die einzigartige Karriere der Motorsport-Legende, ebenso eine Bilderausstellung im Zugang zum Fahrerlager.

Am Rennnsonntag wurden unter allen Formel-1-Fans am Red Bull Ring zudem 60.000 rote Kapperln, das Markenzeichen von Niki Lauda, auf den Tribünen verteilt.

FOTO: PHILLIP PLATZER/ RED BULL CONTENT POOL

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