Voestalpin dreht den Strom auf

Altbekannte Wege zu verlassen ist Leitmotiv der voestalpine. Deswegen geht der Konzern erstmals eine Partnerschaft mit dem Motorsport ein.

Benzin im Blut war ges­tern: Schon in naher Zukunft werden die stärksten Boliden mit den weltbesten Elektromotoren die Taktgeber der Rennsportszene sein. Die Formel E steht bereits heute an der Spitze dieser technologischen Revolution. Denn es ist die internationale Rennserie einer neuen Generation, die sich vor allem durch ihren Zukunfts- und Nachhaltigkeitsaspekt auszeichnet und die Rennen in die Städte und somit direkt zu den Menschen bringt. Die erste Saison der Formel E startete im September 2014 auf dem Gelände des Olympiaparks in Peking. Bei der vierten Auflage der ABB-FIA-Formel-E- Meisterschaft treten zehn Teams und zwanzig Fahrer in zehn Städten auf fünf Kontinenten gegeneinander an, um sich zum Formel-E-Champion zu krönen. Der zweitägige Saisonauftakt fand am 2. und 3. Dezember in Hongkong statt. Die Meisterschaft endet im Juli in New York. „Sie hat so viel Zukunft! Fast alle großen Automobilhersteller sind hier. Aktuell sind es schon neun, ab dem nächs­ten Jahr mit Porsche sogar zehn. Das gab es selbst in der Formel 1 noch nie. Es geht hier um neue Technologien. Und der Elektroantrieb ist selbst im Motorsport die Zukunft“, zeigt sich Formel-E-Pilot Maximilian Günther (ein halber Österreicher) begeistert.

POLE-POSITION
Auch die voestalpine hat sich ausgehend von ihren innovativen Lösungen für die Automobilindustrie in den letzten Jahren auch im zukunftsweisenden Segment der Elektromobilität in Stellung gebracht: mit hochinnovativen Produkten für Elektromotoren, wie etwa Hightech-Elektrobändern und Rotorkomponenten, die zur Reichweitensteigerung von E-Fahrzeugen beitragen. Auch im Bereich der Batteriegehäuse liefert der Konzern besonders leichte und sichere Teile. „Die Automobilindustrie ist mit rund einem Drittel unseres Konzernumsatzes seit Jahren ein zentraler Innovations- und Wachstumstreiber für die voest­alpine. Dabei sehen wir insbesondere in der Elektromobilität großes Potenzial, auf Basis unseres umfassenden automotiven Know-hows schneller als in den traditionellen Segmenten zu wachsen“, gibt Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender voestalpine AG zu, verstehen.

MOBILITÄT DER ZUKUNFT
Die Formel E sei deshalb für die voestalpine der perfekte Partner. Die voestalpine wird ab der Saison 2018/2019 für vorerst zwei Jahre Partner der ABB-FIA-Formel-E-Meisterschaft bei ihren Europa-Rennen. Gemeinsam soll dabei die Elektromobilität der Zukunft weiterentwickelt werden, um die Technologien von morgen für die Serienherstellung nutzbar zu machen. „Zudem wollen wir den Technologietransfer zwischen Automobilzulieferern, -herstellern und -entwicklern weiter vorantreiben. Den Endkunden – also den Nutzern dieser neuen Mobilitätslösungen – wollen wir mit den ‚voestalpine European Races‘ die Vision einer ressourcenschonenden Mobilität näherbringen, die zunehmend zur Realität wird“, so Eder weiter.

Die voestalpine European Races umfassen fünf Rennen in Europa – in Rom, Paris, Monaco, Berlin und Bern – und bieten ein zusätzliches Spannungselement. Denn bei den Europa-Rennen der Formel E wird eine eigene Meisterschaft ausgetragen. Eine Art Grand Slam mit einer eigenen Trophäe. „So eine zusätzliche Meisterschaft macht es natürlich noch einmal spannender. Das ist für uns alle ein großer Anreiz. Außerdem haben die Europa-Rennen ein besonderes Flair mit den tollen Städten. Da werden auch viele Fans kommen“, blickt Rookie Günther voraus. Um zu gewinnen, müssen die Piloten aber nicht nur schnell unterwegs sein. Auch das Thema Energiemanagement ist sehr spannend. Wir Fahrer müssen nicht nur extrem schnell sein, sondern auch intelligent. Etwa wenn es darum geht, sich die Energie richtig einzuteilen. Man hat am Lenkrad einen Hebel für das Energierückgewinnungssystem, mit dem man die Energie zuordnen kann. Es geht nicht nur darum, schnell zu fahren, sondern auch effizient. Es ist sehr cool, das mit den ganzen Überholmanövern zu managen. Das macht mir große Freude“, führt Günther aus.

TRENDSETTER
Die Formel E gilt aber nicht nur als Motorsport-Highlight, sondern stellt auch ein Entwicklungslabor dar, das wertvolle Erkenntnisse und Trends für die Zukunft der Elektromobilität liefert. „Die Formel E ist die wichtigste Entwicklungs- und Erprobungsplattform für technologische Innovationen im Automobilbau, und die Partnerschaft mit führenden Unternehmen wie der voestalpine gibt der Serie einen weiteren Entwicklungsschub im Bereich der Elektromobilität. So werden wir weiterhin Trendsetter für die Mobilität der Zukunft sein“, erklärt Alejandro Agag, Gründer und CEO der Formel E.

RENNEN IN WIEN
Was den Stellenwert angeht, ist die Rennserie schon jetzt neben der Formel 1 ganz oben. Nach fünf Jahren ist sie bereits ordentlich angewachsen, und man kann davon ausgehen, dass sie noch weiterwächst. Ob die Formel E in Zukunft auch in Österreich Station macht? Das Inter­esse an der Elektroserie ist in der Alpenrepublik offensichtlich. Neben der voestalpine als Namenssponsor tritt Automobilzulieferer Magna als Teamsponsor in der Formel E auf. In der ­Pole-Position für die Austragung eines E-Prix läge wohl Wien. Ein Rennen im Wiener Prater rund um das weltberühmte Riesenrad, eines der Wahrzeichen der Bundeshauptstadt, hätte ein ganz spezielles Flair.

FOTO: voestalpine AG

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