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Bereits im Jahr 2013 hat der Eishockeyverband begonnen, die Professionalisierung voranzutreiben. Erfolge pushen zusätzlich.

Im Mai 2019 steigt die Eishockey-Weltmeisterschaft in der Slowakei. Österreich ist mit dabei und das ist eigentlich ein sensationeller Erfolg, wie Sportdirektor Robert Bader erklärt: „Österreich war bei der letzten Weltmeisterschaft der erste Aufsteiger aus der Division IA, der seit mehr als zehn Jahren den Klassenerhalt schaffen konnte.“ Im letzten Jahr schafften die Herren erstmals seit 2004 den Klassenerhalt. In diesem Erfolg schlägt sich auch die Arbeit der letzten Jahre nieder.

SEIT 2013
Schon vor vielen Jahren hat der Eishockeyverband damit angefangen, die Strukturen zu professionalisieren. „Den Prozess der Professionalisierung hin zu einer modernen Non-Profit-Organisation haben wir bereits 2013 durchgeführt“, erklärt Geschäftsführer Christian Hartl.„Unsere nunmehr professionelle Struktur erweitern wir Stück für Stück um weitere Aspekte. Unter anderem war es wichtig, einen vollamtlichen Sportdirektor in der Geschäftsstelle zu haben und die Trainerausbildung auf neue Beine zu stellen.“ Innerhalb von zwei Jahren wurden gemeinsam mit der Bundessportakademie Wien und finnischen Experten aus Vierumäki 60 Profitrainer ausgebildet. Diese arbeiten auch schon, etwa Markus Peintner, Gerhard Unterluggauer, Marco Pewal, Philipp Pinter und Peter Schweda. Ein nächster Schritt ist die Installierung von regionalen Entwicklungstrainern, die auf Landesebene ihre Arbeit aufnehmen. Für den Geschäftsführer dreht sich alles um die Frage, „wie wir unsere Spielphilosophie weitergeben und -entwickeln können. In den Nationalteams und in weiterer Folge in den Vereinen.“ Das ginge am besten, indem „gute Trainer auf gute Kinder treffen“. Das Ziel ist es, dass vor allem in der Altersgruppe 10–14 ein polysportiver Ansatz gelingt.

NÄCHSTE ZUKUNFT
Dass sich Farmteams der großen Klubs auf internationaler Ebene mit Teams aus den Nachbarländern matchen, ist ein weiterer Step, um den Übergang von der Jugend zum Erwachsenen-Eishockey zu garantieren. Die unmittelbare Zukunft steht aber im Zeichen der WM, die Österreich praktischerweise in Bratislava bestreitet, also quasi vor der Haustüre. Gegner in der Gruppe B sind Schweden, Russland, Tschechien, die Schweiz, Norwegen, Lettland und Italien. Darauf bereitet man sich gewissenhaft vor, wie Sportdirektor Bader weiß: „Es finden ausschließlich Spiele gegen Topnationen statt, die ebenfalls bei der WM auflaufen werden. So kommen zum Österreich Cup in Klagenfurt von 7. bis 9. Februar mit Norwegen, Dänemark und Frankreich gestandene A-Nationen. Im April kommt es in der WM-Vorbereitung zu Duellen mit Tschechien, der Slowakei und Deutschland. Kurz vor der WM sind noch einmal jede Menge Stars in Wien zu Gast: Dänemark und Kanada als Highlight zum Abschluss der WM-Vorbereitung werden in der Erste Bank Arena zu sehen sein.“ Das sollte auch die Kassen klingeln lassen.

BUDGETVERDOPPLUNG
Spitzeneishockey ist auf ServusTV und Sky Sport Austria zu sehen. Sichtbarkeit und letztlich Erfolge, wie das CHL-Halbfinale von Salzburg jüngst, vergrößern den Kuchen, von dem all diese Maßnahmen bezahlt werden müssen. „Wir haben in den letzten zehn Jahren das Budget ungefähr verdoppeln können“, sagt Geschäftsführer Hartl. „Das Interesse ist in den letzten zehn Jahren gestiegen. Das merken wir. Wir wollen aber auch hier neue Wege gehen.“

AUFGABE FÜR 2019
Die Sponsoring- und Marketinganteile sollen weiter erhöht werden. Hierbei geht es vor allem um die neuen Medien im digitalen Bereich. „Das lineare Fernsehen ist gut und positiv, aber man muss auch durch neue Wege das Volumen erweitern“, illustriert Hartl den generellen Plan. Das Jahr 2019 mit der Fast-Heim-WM in Bratislava soll aber eine gute Möglichkeit sein, den Professionalisierungsgrad im österreichischen Eishockey noch weiter zu erhöhen: „Wir werden unsere Projekte in einem professionelleren Umfeld erfolgreich gestalten.“

FOTO: GEPA PICTURES

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