Zukunftsweiser

Die digitale Transformation ist der größte Wachstums­treiber der Zukunft und verändert die Sportbranche grundlegend. ISPO Digitize bereitet das Business vor.

Von Wearables und Apps über digitale Angebote im Einzelhandel bis zur Digitalisierung des Sports und Entertainment in der Gaming-Industrie: Die digitale Transformation ist für die Sportbranche eine umfassende Herausforderung. Gleichzeitig bietet der digitale Wandel aber eine große Chance. Einen ersten Einblick erhielt die Branche schon 2017 auf der Digitize-Fläche der ISPO Munich.

HÜRDE UND CHANCE
Die Messe München widmet dem wichtigsten Wachstumstreiber der Zukunft, der die Branche bereits jetzt grundlegend verändert, seit 2018 sogar eine eigene Plattform: den ISPO Digitize Summit. Das Ziel lautet, gemeinsam mit der Sportartikelindustrie und dem Handel den Herausforderungen der digitalen Transformation bestmöglich zu begegnen. Bei der zweiten Auflage (am 3. und 4. Juli in München) waren bereits mehr als 500 Teilnehmer vor Ort, um sich über notwendige Schritte in Richtung Zukunft zu informieren. „Das Bewusstsein in der Branche, wie wichtig digitales Know-how ist, ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gewachsen. Das große Interesse bestärkt uns, mit dem ISPO Digitize Summit die richtige strategische Entscheidung getroffen zu haben“, hält Projektleiter Christoph Rapp fest.

WORKSHOPS AND MORE
Top-Speaker wie Moritz Hagenmüller von Accenture Strategy, Steffen Hack und Tim Janaway von adidas, Sebastián Lancestremère von Microsoft und Carsten ­Keller von Zalando SE sprachen im Rahmen des ­Summit u.a. dar­über, wie sich die Zukunft des Handels gestalten und der Point of Sale digitalisieren lässt, welche Möglichkeiten sich durch E-Sport ergeben oder wo die Chancen für KI-basierte Geschäftsmodelle in der Sport- und Fitnessindustrie liegen. ­Insgesamt gab der Gipfel auf die Frage, welche Innova­tion relevant und welche weniger relevant ist, die nötige Entscheidungshilfe und präsentierte einen Blick in die digitale Zukunft.

„INTENSIVER UND BESSER“
Und die Resonanz war durchwegs positiv. „Eine Veranstaltung wie der ISPO Digitize Summit ist wichtig, weil sie die Hersteller der Digitalisierungsprodukte, der Software und der Hardware sowie die Anwender zusammenbringt“, so Marcel Geppert, Senior Technical Sales SES-imagotag (weltweit führender Anbieter elektronischer Preisschilder). „Es ist zwar weniger los als beispielsweise auf der ISPO Munich, aber dafür sind die Kontakte wesentlich intensiver und besser“, hebt Andreas Kerscher, Co-Founder Mirrads (Start-up mit speziellen Spiegeln, die einen Hologramm-Effekt im Spiegelbild erzeugen), hervor. Dass Herausforderungen auch die Triebfeder für Innova­tion und Qualitätsentwicklung sein können, wird hingegen mit einem Blick auf die Aussteller des ISPO Digitize Summit deutlich. Einige der vielversprechendsten Projekte haben wir uns näher angesehen.

HALLENBODEN 2.0
Werbefläche, Showinstrument und Trainingstool: Bereits auf der ISPO Munich Anfang des Jahres feierte die neueste Entwicklungsstufe eines Sportbodens ihre Premiere. ASB Glassfloor kann aber nicht nur das Live-Erlebnis und die Vermarktbarkeit von Hallensportarten verbessern, sondern auch das Einkaufserlebnis in Shops auf eine neue Stufe heben. Denn durch integrierte LED-Technologie funktioniert der Glasboden quasi wie eine überdimensionale, interaktive Videoleinwand. Zum einen kann man dadurch die Show für die Zuschauer verbessern und einen Wow-Effekt erzeugen. Zum anderen würde der Boden zur neuen Werbefläche Nummer eins werden und die Bandenwerbung im Regen stehen lassen.

TRAINING 2.0
Exergaming (Computerspiele, die zu körperlichen Bewegungen und Reaktionen auffordern) ist bereits seit den 1980er-Jahren ein Begriff. Dank hochent­wickelter Technik in Kombination mit virtueller ­Realität bekommt man heute aber ein viel intensiveres Erlebnis: ICAROS kombiniert etwa Fitness mit VR und bietet Systeme für den privaten oder gewerblichen Gebrauch. Dabei werden Gaming, Sport und Erlebnis auf höchstem Niveau vereint und einzigartige und effektive Trainingserlebnisse erzielt. Der ICAROS Pro ist der absolute Bestseller – über 600 Geräte wurden in mehr als 40 Länder verkauft – und kann kommerziell genutzt werden. Die Geräte stehen in luxuriösen ­Hotels, auf Kreuzfahrtschiffen, in Fitness-Studios sowie etlichen Entertainment-Einrichtungen. Ursprünglich in Kombination mit einer VR-Brille gedacht, gibt es mittlerweile auch Lösungen mit TV-Screen oder Tablet. Dabei werden unterschiedliche Muskelgruppen trainiert – insbesondere die Rumpfmuskulatur, also Bauch und Rücken, sowie die Schulterpartie. Zusätzlich werden das Balancegefühl und die koordinativen Fähigkeiten verbessert. Mit ICAROS R, einem Motorradsimulator, der rein im Arcade/Entertainment-Bereich genutzt wird, ging das Unternehmen aber bereits den nächsten Schritt. Als weiteres Feature kommt dann noch ICARACE ins Spiel – eine globale Multiplayer-Rennsimulation, bei der die Spieler mit den Flugsystemen mit VR um den Sieg fliegen.

NEUE MOTIVATION
Vor allem die Fitnessbranche wächst dank dem digitalen Wandel also rasant und arbeitet an neuen Konzepten. Ein weiteres Beispiel? „The Mirai“ – Die ­Fitness-Plattform der Zukunft (allerdings analog auf 55.000 Quadratmetern) will alle Menschen zur Bewegung motivieren und setzt dabei konsequent auf die Möglichkeiten der Digitalisierung – E-Games, VR und digitale Gamification-Möglichkeiten sollen zum Training motivieren. 2020 soll „The Mirai“ in Oberhausen eröffnet werden. Damit wird auch dem Trend der Eventisierung von Fitness als Fitness-Sport wie z.B. beim Projekt Hyrox (Fitness-Competition in neun Städten in Deutschland und Österreich) Rechnung getragen. Denn die Menschen wollen Fitness als eine Form von Kultur erleben, in der sie sich zu Gruppen zusammenschließen.

FOTO: Messe München GmbH

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